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Gedichte zum 18-Geburtstag - Seite 21


Lob und Ehre der Feuerwehr

Mittwoch, kurz vor Feierabend,
gedanklich schon die Seele labend,
plötzlich die Sirene dreht
und jaulend auf die Nerven geht.
Brennt es oder wässert ein Keller,
Dank Pieper ist die Feuerwehr schneller.

Zu Uhr und Kalender gestiert,
wird die Sirene nur ausprobiert.
Ob Handbetrieb oder zentral,
es gibt eine vorgeschriebene Wahl.
Und dabei wollte ich gern wissen,
was Feuerwehrleute leisten müssen.

Auf dem Dach den „Roten Hahn“
sie selten mal zum Löschen sahn.
Schrecklich wird es gleich nebenan
auf Straßen und der Autobahn.
Wenn selbst mit 80 Jahren
viele schnell wie Nicky Lauda fahren.

Lenken, Bremsen, Schalten, Lenken,
schneller fahren, als sie denken.
Die Feuerwehr kann dann bedacht
die Reste suchen, selbst bei Nacht.
Ebenso bei häufigen Wildunfällen,
wenn Autos an die Bäume schnellen.

Insassen aus dem Schrott zu schneiden
würde jeder gern vermeiden.
Wer nackt und schlüssellos ausgesperrt,
gern die Feuerwehr zum Öffnen zerrt.
Katzen oder Bienen auf dem Baum
sind nur für Spezialisten ein Traum.

Essen und Trinken sind zwar gesund,
erzeugen aber manch unnötiges Pfund.
Wenn ein Medizin Patient zu schwer,
trägt als Rettung meist die Feuerwehr.
Waldbrände muss man nicht erwähnen,
auch nach Ölspuren wird sich keiner sehnen.

Dorffeste, Halloween und Staatsbesuche,
Beerdigungen im feinen Tuche.
Lehrgänge mit Papier und Tinte,
Fehlalarm als die Raucherfinte.
Stahlhelm, Gasmaske und noch mehr,
wie Soldaten, nur ohne Gewehr.

Minister im Anzug und Richter in Roben
sollten die Feuerwehr öfter mal loben.
Ob reife Getreidefelder am Dorf,
Schwelbrände bei Kohle und Torf,
wo nähmen wir nur Hilfe her,
wenn die Feuerwehr nicht wär.

01.03.2020©Wolf-Rüdiger Guthmann
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LOGISTIK oder PAPAS WEISER RATSCHLAG

Es kommt mir immer noch so vor,
als wär’ es gestern erst gewesen,
daß mir mein Vater sprach ins Ohr,
was nirgendwo stand nachzulesen.

Dies war vor über vierzig Jahren,
und weil ich auf den Ratschlag hörte,
durfte ich schon sehr jung erfahren,
wie man ein Frauenherz betörte.

Vor allem kam des Vaters Rat
der Mengenlehre sehr entgegen:
Denn jede Menge stand parat,
mein Lernbedürfnis anzuregen.

Da ich von außen recht ansehnlich
und Mitglied war im „Club der Dreisten“,
verhielt ich mich den Reichen ähnlich –
auf Deutsch: ich konnt’ mir alles leisten!

Schon mittags standen Damen Schlange,
und selbst die Nachtschicht war stets munter.
Um Nachschub war mir niemals bange –
man holte ihn sich notfalls…

Nun kommt’s mir wiederum so vor,
als hätt’ ich gestern meinem Sohn
geflüstert jenen Rat ins Ohr,
den mir mein Vater gab zum Lohn.

Und siehe da, es WAR erst gestern,
daß ich zum Sohne sprach voll Liebe:
„Erzähle niemals deinen Schwestern,
was du nun lernst über die Triebe!

Drum höre, Sohn, was ich dir stolz
als Weisheit will mitgeben,
da du geschnitzt aus jenem Holz,
wofür manch einer gäb’ sein Leben.

Der Job, den du bald machen mußt,
ist hart und oft beschwerlich.
Jedoch entlohnt er jeden Mann mit Lust,
wenn er für Frauen ist begehrlich.

Daß du gewandt bist und auch listig,
setz’ ich als Grundlage voraus.
Vergiß jedoch nie die Logistik,
denn Panik löscht die Kerze aus:

Stehst du vor einer Frauenmeute,
vergiß all deine Sorgen –
besorge es der ersten heute,
der zweiten Hälfte morgen!“

© Micha Schneider
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