Zwischen Schatten und Morgenlicht
Ein Gedicht von
Claudia Behrndt
Manchmal sitze ich still allein
und will ganz bei mir selbst sein.
Doch merke ich: Es braucht noch Kraft,
bis Neues in mir Ordnung schafft.
Ich sehe mich oft noch fehlerhaft,
nicht nur dort, wo Herkunft schafft.
Ich trag so vieles, viel zu schwer,
wünsche mir, ich wäre leichter mehr.
In mir war lange Zeit viel Wut,
sie trieb mir jeden Mut kaputt.
Ich jagte fort, was Nähe war,
bis mir mein Schmerz in Tränen lag.
Ich suchte Frieden still und rein,
um endlich nicht mehr hart zu sein.
Ein Ort, der mich nicht weiter plagt,
weil dort mein Herz sich selber mag.
Mein Leben lag mir trüb und schwer,
ich fragte oft: „Was kann ich mehr?“
Ich war nicht kalt, nicht aus Gefahr,
nur weil kein Lachen bei mir war.
Die Zukunft sah ich oft voraus,
doch ließ ich Hoffnung draußen aus.
Jetzt weiß ich: Ein Gedanke zählt,
der mir den nächsten Schritt erzählt.
Vielleicht geh ich nicht ganz allein,
vielleicht darf Licht mein Begleiter sein.
Und wenn auch nicht sofort alles lacht,
hab ich doch einen Anfang gemacht.
© Claudia Behrndt
´2002
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