Wenn Ideale schweigen

Ein Gedicht von Max Vödisch
Im Spiel aus Schatten und Licht
steht eine Bühne voller Masken.
Liebe flackert wie ein ferner Stern,
während Hass die Nacht entfacht.
Zwischen beiden klafft ein Abgrund,
tief wie die Seele dieser Welt.

Du blickst durch Augen,
die das Dunkel längst durchdrungen haben,
und siehst, wie Menschen einander das Leben nehmen –
wie Vampire, die im Namen ihrer Gier
fremden Herzen das letzte Licht aussaugen.

Du sprichst von Wahrheit,
von Menschlichkeit und Gerechtigkeit,
doch deine Worte verhallen
an Mauern aus Gleichgültigkeit.
Man lacht, man spottet, wendet sich ab,
als wäre Mitgefühl nur ein verblasster Traum.

So stehst du da,
ein einsamer Prophet im Sturm,
mit einer Wahrheit auf den Lippen,
die niemand hören will –
der letzte Idealist,
der noch an etwas glaubt.

Die Welt ist ein endloser Ozean,
in dem die Hoffnung leise versinkt.
Und du – ein kleines Boot auf dunkler See –
kämpfst gegen Strömungen aus Hass,
gegen die Flut der Ungerechtigkeit,
gegen das Schweigen derer,
die längst gelernt haben, wegzusehen.

Doch tief in dir glimmt noch ein Stern.
Kein Feuer, das die Welt erobert,
kein Licht, das alle Schatten bricht –
nur ein Funke,
der sich weigert,
in dieser Nacht zu sterben.

Informationen zum Gedicht: Wenn Ideale schweigen

05.11.2026
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Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.