Verlassen, belogen, betrogen...
Ein Gedicht von
Paul Kinzel
Genau so muss sich mein Bruder fühlen.
Er scheint zu sitzen zwischen zwei Stühlen.
Verlassen wurde er nicht das erste Mal.
Immer wieder war es für ihn eine absolute Qual.
Mit dem belügen und den betrügen war es kaum anders.
Trotzdem wurde sein Herz nie zu einem Wanderer.
Obwohl das Schicksal nie gut mit ihm meinte.
Verarbeitete er sein Erlebtes in guten Reimen.
Weil er sich nie unterkriegen ließ
und das ist, was ich hier erzähle, wirklich kein Mist.
Vor allem bewunderte ich meinen Bruder sehr.
In puncto Liebe wollte ich auch ein wenig mehr.
Aber ich bin durch das Erlebte meines Bruders ziemlich vorsichtig geworden.
So habe ich selbst so manche Beziehung verdorben.
Bevor ich so behandelt werde,
bin ich die treibende Kraft auf der Erde.
Die wahre Liebe kann man nie finden,
denn die Liebe besteht nur aus Kompromisse finden.
Ist man bereit auf einiges zu verzichten,
nur dann tut man keine Beziehung vernichten.
Man muss nur darauf achtgeben,
das man nich ausgenutzt wird im Leben.
Ein gegenseitiges Geben und Nehmen
ist das Ah und das Oh im Leben.
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