Nie vorher war es hier so still
Ein Gedicht von
Lars Abel
Wie sie dort an der Mauer stehen,
von Osten her streift sie ein Wind
so sehen sie ihr Dorf vergehen,
weswegen manche Träne rinnt.
Das Urteil ist noch nicht gesprochen,
doch seht die Eindringlinge an:
Hier wird nicht nur ein Recht gebrochen,
es steht viel mehr noch auf dem Plan.
Bald ist die Schonfrist übertreten,
das Kind, das alles nicht versteht,
die Mutter fängt noch an zu beten,
der Vater nicht um Gnade fleht.
In Lärm gehüllt geht alles unter,
dem Kugelhagel nichts entgeht,
vergeblich hoffte man auf Wunder,
es lärmt und lärmt bis nichts mehr steht.
Dann wird es still und wie verlassen,
nur Feuer, das nicht enden will,
die letzten Züge, die verblassen,
nie vorher war es hier so still..
(C) Lars Abel
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