Gratwanderung
Der Morgen küsst die grünen Matten,
wir wandern durch den Lärchenhain.
Die Bäume spenden sanften Schatten,
sonst liegt der Weg im Sonnenschein.
Der frische Duft von Harz und Nadeln
umweht uns auf dem schmalen Pfad,
wenn sacht die linden Winde adeln
die Stille - und ihren leisen Rat.
Dann plötzlich, es ist wie ein Wunder,
öffnet sich uns ein Blick in das Tal;
ein Fluss zieht silbern sich hinunter,
beschienen vom hellen Sonnenstrahl.
Die Berge ringsum stehen in Reih’n,
bewaldete Gipfel, stolz und kühn,
und lassen uns im milden Schein
staunend durch die Bergwelt zieh'n.
Wir spüren frischen Wandermut
und bleiben doch sinnend kurz steh'n.
Im Glück, das in dem Schweigen ruht,
bevor beschwingt wir weiter geh'n.
© Birgit Klingebeil
[2026]
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