Glotze

Ein Gedicht von Nico Fender
Ich lächle zwar, doch bin selten froh
und schaue nach draußen, als wäre es ein Video;
Ein Drama, mit immerwährend schlechten Schluss.
Will hinein, weiß dass sich das ändern muss -
doch mein Kopf setzt sich zu wehr.
Ich verharre wie ein Gefangener,
spule zurück und langsam grauset es mich,
denn egal wie oft, nichts ändert sich.
Und ich schreie, schlage alles kurz und klein,
um wieder einmal zu erkennen: Ich bin allein -
allein im Denken und Handeln,
muss zusehen, wie sich Freunde in Statisten verwandeln,
ein schwarzes Band sich durch die Straßen zieht
und der Held, der alles gibt, am Ende doch verliert.
Doch selbst nach allen wüten bleibt der Bestand:
Nach jedem Durchbruch folgt eine neue Wand,
Jede Tür, die ich nahm verkehrt
und jeder Weg, den ich ging, am Ende versperrt,...
...sodass meine Lehne der kalte Gips,
das Bett der Sessel, das Essen eine Schüssel Chips,
Das Trinken eine Coce*, meine Waffe die Fernbedienung;
Und wenn's Programm mir nicht gefällt schalte ich halt um.
Es laufen Dramen, Schnulzen und solche Rotze...
...ich seufze, schau nach draußen -
doch nichts läuft in der Glotze

*Coca Cola

N.Fender

Informationen zum Gedicht: Glotze

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06.12.2017
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Nico Fender) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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