Die Welt im Schattenmantel
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Ich wandre durch Straßen aus Aschenrauch,
wo Schatten regieren wie leiser Hauch.
Gesichter verblassen im Neonlicht,
wo Wahrheit ihr klares Bild zerbricht.
Du kommst als ein Händler im falschen Ton,
als Weber der Leere, als Fürst aus Hohn.
Dein Lächeln – ein Messer im Samtgewand,
dein Angebot – Feuer in blinder Hand.
Du nennst mich Bruder, doch feilschst um den Preis;
du hüllst deine Absicht in Nebel und Eis.
Doch blicke ich durch deinen goldenen Schein:
Dein Innerstes ist nur ein stummer Stein.
Ich wähle nun selbst meinen steinigen Pfad,
mein Herz ist kein Preis für des Feilschers Rat.
Denn wer in der Nacht nur nach Beute greift,
verliert, was im Herzen an Anstand noch reift.
Das könnte Sie auch interessieren