Die Wand

Ein Gedicht von Klaus Lutz
Ich schreibe, ein Wort, an die Wand.
Und erzähle ihm so von meinem
Leben. Von Frauen, die alles Glück
waren. Von Zeiten, die allen Frieden
hatten. Von Freunden, wo es nie
Zweifel gab. Und von dem Leben das
ich heute habe. Mit dem Rollstuhl.
Und mit Behinderung. Und allen
Komplikationen. Und das Wort wird
zum Wunder. Schenkt mir Flügel.
Und ich fliege davon. Zu Sekunden
voller Liebe. Mit Wahrheit ohne Kleider!
Mit Wissen ohne Schminke. Mit
Gedanken voller Lieder. Und die Welt,
zeigt wieder allen Zauber!

Ich schreibe, ein Wort, an die Wand.
Und erzähle Ihm so von meinem Leben:
Von Sätzen, die alle Farben hatten.
Von Tagen, die wie Clowns lebten.
Von Reisen, die reine Kunst waren. Und
von dem Leben das ich heute habe. Mit
allen Tabletten. Und Wochen im Bett.
Und Hoffnungen ohne Ergebnis. Und
das Wort wird zum Engel. Schenkt mir
Träume. Und ich fliege davon. Zu
Ländern voller Freiheit. Mit Sprache ohne
Masken. Mit Schritten ohne Wunden.
Mit Berührungen ohne Ferne. Und die
Freiheit hat wieder einen Namen!

Ich schreibe, ein Wort, an die Wand.
Und sage Ihm: "Du siehst mich
jeden Tag! Wie ich an den Schreibtisch
komme! Lese! Musik höre! E-mails
schreibe! Oder, nur so da sitze. Für
Stunden. Und nicht weiter weiß. Und
was denkst Du? Und das Wort wird
zum Fest. Und singt. Und tanzt. Und
lacht. Und sieht mich an. Und ich
weiß Es. Die Wahrheit im Leben.
Das ist das Wort. Das alles Wissen
besitzt. Und alle Freiheit zeigt. Und
alle Auswege kennt. Und keinen
Mensch allein läßt. Und dieses
Wort ist die "Liebe"

(C)Klaus Lutz





Ps. Am 19.3.2016 um 1935 Uhr zuerst auf:
www.die-gedichtescheiber.de veröffentlicht!!!

Informationen zum Gedicht: Die Wand

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28.03.2016
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