Der Funke am Seelengrund

Ein Gedicht von Birgit Klingebeil
Wenn im Nebel Wege schwinden
und Dunkles dir die Sicht verstellt,
lässt sich ein stiller Faden finden,
der dich im tiefsten Innern hält.

Sie kommt nicht mit Paukenschlägen,
sie fordert nicht und brennt nicht wild.
Sie gleicht vielmehr dem leisen Regen,
der sanft den durst'gen Boden stillt.

Die Hoffnung ist kein bloßes Hoffen
auf ein bequemes, schnelles Glück.
Sie hält das Herz im Sturme offen
und holt den Mut ins Jetzt zurück.

Sie ist der Boden unter Schritten,
wenn ringsumher das Land versinkt.
Sie hat schon jeden Schmerz gelitten,
im Wissen, dass ein Morgen winkt.

Sie trägt uns durch das tiefe Tal,
gibt müden Füßen neue Kraft,
bis mit dem ersten Sonnenstrahl
das Leben wieder Aufbruch schafft.

Sie ist der Anker in den Wellen,
das kleine Licht im grauen Kleid,
bereit, die Schatten zu erhellen,
getragen von der Ewigkeit.



© Birgit Klingebeil
[10/2026]

Informationen zum Gedicht: Der Funke am Seelengrund

09.10.2026
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