da sind wir wieder..
Ein Gedicht von
Marcel Strömer
Schwärzeste Seuche
Ich würde dich verfluchen,
wärst du nur mein Biest,
das den Takt der Kreuzhaken umtanzt.
Aber nein!
Volksgeschwür du,
führst wendig steile Kellertreppen
die gemeinsam zum Abstieg hinabführen,
reissende Handläufe, verdrahteter Stacheln,
obwohl alles Leben in allen Adern gleicht -
du fühlst es nicht,
willst es wissen,
plötzlich wünscht unsere kollektive Geschichte
wieder zu verbluten.
Vereinte Lieder in Gleichheit samt Lichtergruss,
Lidschatten umschlagen die Angst:
Architekten der Lüge erwachen -
formen eifrig ein schauriges Brautmuttergewand?
Sie führen wieder stolz Hass an der Leine,
süsse Bluthunde der Sozialisierung,
sonntags wie montags dann Ruh.
Derb versklavt, geschwurbelt,
durch bigotte Gedankenströme.
Wir alle wissen,
gegen Durst gibts allein nur Wasser -
sie aber trinken die Sonnen leer!
Magie verfluchter Resonanzen.
Megaphone filtrieren ins eigene Fleisch,
Fehlgeburten der Liebe.
Wenn der Urschrei wieder verstummt,
der in die Nation hineingeboren soll,
dann einzig allein siegt die Endlichkeit?
Ich ziehe lieber die hübschen Gardinen von Oma
von innen zu.
Ich bete nicht mehr, verbiete mir zu flüstern:
Gute Nacht, Heimat!
Bleib, wo du bist!
© Marcel Strömer
[Magdeburg, 09.07.2026]
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