Profil von Martina Anders

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Anzahl Gedichte: 108
Anzahl Kommentare: 75
Gedichte gelesen: 82.613 mal
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Titel
48 Liebe
Vorschautext:
Es tanzt der Mohn im Weizenfeld,
so rot wiegt seine Blüte-
im Wind! Und deine Güte
heilt Traurigsein in meiner Welt.

Der Mais hält seine Blätter hoch,
so hoch, wie Jubelarme!
Und Morgenkühle ändert nichts
an großer Herzenswärme.

Der Tag erscheint mir voller Licht
ich fühl mich nicht allein.
...
47 Ich geb' dich zurück
Vorschautext:
Wolkenlos und windstill, Wärme
lockt Leben lautlos-
ward nur Schmerz.
Das Glück erblüht in Brombeertönen
doch Wehmutsworte
weint der Fluss.
Tropft tausendfach und tränend
aus allen Augen-
anfangsslos.

Weh tust du, Welt-
ich geb dich zurück.
46 Buchenholz
Vorschautext:
Kalt ist es nicht mehr. Da sind die Funken!
Ein Sprühen. Ich denke an Schlagsahne.
Und dass Himbeeren zu uns passen würden.
Märchenluftknistern: geladen, elektrisiert.
Sonst nur du
und ich: zitternd.
Rotbuche! sage ich. Was war nochmal die Frage?
Dein Blick löscht alles. Siegt!
Zwischen uns nichts mehr, nur dieser Tisch.
Vielleicht doch Esche.
Deine Arme sind sehnig, reif, kräftig.
Du könntest mich hochheben denke ich.
...
45 Lichtträgerin
Vorschautext:
Wenn Wünsche Hand und Fuß bekommen,
soll unsere Liebe Nahrung sein,
hat die Welt an Glück dazugewonnen,
sie strahlt mit uns- so klar, so rein!
Mit ihren blonden Mädchenzöpfen
trägt sie das Licht auf Herzensgründe.
Wir werden aus den Vollen schöpfen
weil alles im Licht der Liebe stünde.
Und wenn sie weint, dann trägst du sie
in deiner tiefen Vaterliebe.
Und wenn sie fällt, küss ich ihr Knie,
sie strahlt wenn ich mich an dich schmiege.
44 Ohne Anbeginn
Vorschautext:
Weil wir uns nie besitzen werden,
bleibt diese Lieb' bedingungslos.
Und liegt die ganze Welt in Scherben,
lieg still noch einmal mir im Schoß.

Und meine Hand streicht deine Haare,
die grau geworden in der Zeit,
aus deiner Stirn- und all die Jahre,
sie streicheln sanft die Ewigkeit.

Und diese Lieb' kann nichts verlangen,
kann nicht verenden, nicht vergehn'.
...
43 Liebe im Konjunktiv
Vorschautext:
Sie schreiben was sie könnten
was sie einander sei'n
doch da sie sichs nicht gönnten
blieben sie doch allein
Sie sprachen was sie wären
hätten sie nur die Chance
und dass sie sich verehren
wär nur nicht die Distanz
So endete sie leise
und wörtlich nur im Brief
und ja, möglicherweise
blieb sie nur Konjunktiv
42 Piran
Vorschautext:
Wieder neben dir liegen
und die Nacht schlaflos verbringen
und morgens
wacher als sonst
aufstehn und mit dir Kaffee trinken
und mich gleich wieder freuen
auf das Liegen
neben dir.
41 Zum Verlieren gefunden
Vorschautext:
Verurteilst zum Scheitern
denn geschürte Erwartung
verbrennt uns lichterloh

Trocknest Tränenflüsse
doch streust Salz in die Wunden
bist mir Zunder im Stroh

Sei Feuer, bist Eis
bleib Alles und Nichts
und bring unter den Hut
zweimal Herz und Verstand
...
40 Der nächste Schritt
Vorschautext:
Wenn meine Hand in deine findet,
erschaffen wir, was knechtet, bindet?
Verzaubern wir uns tiefe Weiten
in kunterbunte Dunkelheiten?
Gediehen ist mir all Begehren,
wie könnt ich mich dir noch verwehren?
Verlangenssturm zerstört uns Wälder,
verwüstet reife Sehnsuchtsfelder.
Los! Fall mit mir ins finstere Reich!
Die siebente Wolke bettet weich.
Mir träumt', wir könnten heilig werden
Komm, stürz' dich mit mir ins Verderben.
...
39 Entzweit
Vorschautext:
Herzschlag taktet Träume süß
und salzig fließen Freudentränen.
Mir liegt das ganze Reich im Arm
schlafeswarm und zugedeckt: Du
atmest alleine, mein Kleiner.
Ich liebhüte und bekose dich
erkore dich zum Größten!
Wir leben in Eden, satt und selig
und eben hat die Nacht jeden Durst gestillt.
Doch der Morgen- Erbarmungsloser!!
stiehlt dich von mir. Bist du im Licht?
Geträumter, was soll ich liegen ohne dich,
...
38 Durch alle Zeit
Vorschautext:
Du fällst mir in mein tiefstes Lieben
ich falle dir nur in den Schoß,
Am Abgrund findet sich kein Frieden
ich halte dich, du lässt mich los.

Aus deiner Nähe webst du Fäden
aus Schicksal und Verbundenheit.
Einst schliefen wir im Garten Eden.
Äonenlang, durch alle Zeit

verliere ich dich, immer wieder
und suche nach dir, stets erneut.
...
37 Befreiung
Vorschautext:
Fast nüchtern erwachte die Klarheit,
erinnert noch die Süße vom Rausch.
Gestoßen ist sie auf die Wahrheit,
sie bietet Überwindung zum Tausch.

Wie unsagbar leise die Stille
nun endlich das Laute umgibt!
Als sei es der Lautheit stets Wille,
zu schweigen und schweigend geliebt

zu werden von Ruhe und Freiheit,
befreit sollst du sein nun von mir!
...
36 Hinter der Fassade
Vorschautext:
Aus Lärchenholz bauen wir zwei
buchstäblich die Fassade
selbst Regen ist uns einerlei
ertränkt die Maskerade

Aus Ehrlichkeit tritt zart hervor
dein wahres liebes Wesen
kein überflüssiges Dekor
kannst endlich nun genesen

So heimatlos und wurzelfrei
schrauben wir beide weiter
...
35 Engelstrompetenblues
Vorschautext:
Bleib im Nachtschatten mein Zufluchtslied
und sing mir Tautropfen auf die regenfeuchten Lider
Im Rauschbeerentanz duftest du nach Rosenlorbeer

Komm, trink mit mir das Sterben aus!
flüsterst du und reichst den vollen Blütenkelch

Und unser Leben?
Das hängen wir an den seidenen Faden, der uns als Decke genügt

Und meine Liebe?
Klingt ewig weiter, sanft gebettet, auf weichem Rot
34 Fliederlos
Vorschautext:
Nebeltau benetzt den Flieder,
der längst verblüht am Wegrand steht.
Tränenfeucht bedeckt die Lider,
die Frühlingsboten sind verweht.
Amors Pfeile sind gebrochen,
Engelschöre sind verstummt .
Das Herz: ein leises,leises Pochen,
schmerzlich ist es, krank und wund.
Die Blüten welk, fast abgestorben
und deine Lippen trösten nicht!
So bange ist mir vor dem Morgen
so trüb und grau ist mir die Sicht.
...
33 Wenn, dann grün.
Vorschautext:
Seide. Marmor. Sicherheit.
Das Blaue vom Himmel verspricht sich selbst.
Doch Regen will ich. Und Raupen, die leben.
Wiese will ich.
Und Moos.
Dein Wort biegt Balken. Luxus macht morsch.
Dein goldener Käfig: zu klein.
Ich verarme mich nicht in deinem Reichtum.
Mein Scheitel trägt niemals dein Rot.
32 Kastanienblüte
Vorschautext:
An jenem heißen Frühlingstage,
an dem uns die Kastanie blüht,
an dem uns Schmerz wie Feuer glüht,
verstummt auch deine letzte Klage.

In diesen tiefen Abschiedsstunden
umgibt dich still das Ungesagte,
verweht nun alles was dich plagte,
verheilen endlich deine Wunden.

Weiß-rosa Blüten bläst der Wind,
ich staune über unser Leben.
...
31 Leidverliebt
Vorschautext:
Hängst Tränen heut zum Trocknen raus
an eine Trauerleine.
Weinst halbe Vase Rosenstrauß,
der Rest verdünnt den Weine.

Weil du so sehr an Trauer hängst,
so willst du Tag und Nacht,
dass du sie stets vorm Fallen fängst,
bevor der Trost erwacht.

Als du sie schließlich trocken wähnst
und wieder sammeln willst,
...
30 In deinen Armen schlaf' ich nicht
Vorschautext:
Zu kostbar ist mir unsre Zeit
in deinen Armen schlaf' ich nicht.
Auch wenn die träge Dunkelheit
sich um uns hüllt, kein Licht

mehr brennt, kein Funken sprüht,
du deckst mein Frieren zu.
Dein Sehnen ist bereits verglüht
umarmst Geliebte Ruh'.

Umarmst die Nacht, den Traum viel mehr,
als du mich je gehalten.
...
29 15 Tage Schweigen
Vorschautext:
Einkehr in des Daseins Kern
vielleicht wirkt es noch fremd und fern
die Wahrheit vom Leiden
mal nicht zu vermeiden
Kein Glauben, Folgen und Verdrängen
nur achtsames konkret Benennen

Glaub ja nicht alles was du denkst
schau hin wie sehr du daran hängst
Lass los und ab von dem Getue
mach weiter so, gib dir noch Mühe
aber finde stets die Mitte
...