Profil von Martina Anders

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Anzahl Gedichte: 108
Anzahl Kommentare: 75
Gedichte gelesen: 82.613 mal
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Titel
68 Das Licht
Vorschautext:
Der Weisheits Blüte strahlt durch dich
klärt Sicht und Blick, erreichte mich
traf Herz und Geist, spürbare Liebe
in dir strahlt Güte und auch Friede

Bin ich im Zustand tief versunken
und vom Leiden noch ganz trunken
hilft dein klares Wort oft weiter
loszulassen und stimmt heiter
bringst mit Mitgefühl zurück auf Spur
bleibst unverfälscht und echt und pur

...
67 Bleib mir alle Äonen hindurch
Vorschautext:
Aus Sternenfarben zeichnet sich
ein Himmelsbild aus purem Du.
Perseidenregen leuchtend klar,
Kometenliebe- sie ist wahr!

Gleich den Sternen schnuppert sich
-für dich-
glückstrunken all mein Sehnen.
Spanne weit nun deine Flügel,
land mir auf dem Venushügel!

Lichtjahre haben ausgewartet,
...
66 Das bist du mir
Vorschautext:
Mein letzter Gedanke
bevor die Dunkelheit
sich schlafeswarm
eng an mich schmiegt
bist immer nur du

Solange die Nacht
dich in meine liebenden Hände bettet
ist nichts verloren
65 Wenn Güte stirbt
Vorschautext:
Der kranke Klang
erklingt konstant
als Weltenschrei
in allen Ländern

Ein müder Drang
verschläft zu lang
wird schwer wie Blei
kann nicht verändern

Respekt verliert
und resigniert
...
64 Deine Hand zu fassen wag ich nicht
Vorschautext:
Jetzt spür ich dein Gewicht auf mir
und nichts ist da was fehlt
Dein Duft ist der Begierde Zier
und alles was noch zählt

Denn Herz und Schenkel stehn dir offen
und zärtlich fass ich dein Gesicht
dass es nicht endet will ich hoffen
ein wenig flackert noch das Licht

Und schlafen scheint mir heute Nacht
wie eine Zeitverschwendung
...
63 Endlich Leben
Vorschautext:
Mein Lieber hast uns so früh verlassen,
kein einziger Schrei kam aus deinem Mund
Drei Jahre vor meiner Zeit
bist du gegangen, ohne zu bleiben.
Doch seit heute bist du bei mir
und Liebe ist geboren
Seit unsere Nähe lebt
starben Vergessen und Tod
62 Wir kommen vom Kurs ab!
Vorschautext:
Kennst du die Tragweite unserer Begegnung
so sag mir, wohin soll sie uns führn?
Wir werden verdursten auf stürmischer See
denn auch ein halb volles Glas
stillt nicht mehr nachdem es zerbrach
Unsere Boote scheinen zart besaitet
so sag mir, wie viel Gewicht halten sie stand?
Prüfst du mir jedes Wort auf der Waagschale
und wartest auf das erste das uns zum Kentern bringt?
Wir können keine Wogen glätten wenn wir gemeinsam aus dem Ruder laufen!
Ich flehe dich an, nimm den Wind aus den Segeln
so sieh doch- die Brandung bricht!
61 Und Wehmut flüstert
Vorschautext:
Dein Zweifel schmückt mein Sorgenkleid
und haucht mir Trennungssilben
in meine Leidensfähigkeit
was glänzt, wird bald vergilben

Im Reigen werfen wir umschlungen
einander sanft die Herzen zu
im Schweigen einig, leis erklungen
ein Liebeslied in tiefer Ruh'

Denn Worte sind nicht mehr vonnöten
weil Nähe keine Silben braucht
...
60 Zedernholz und Eichenmoos
Vorschautext:
Du bist mir Balsam, duftest harzig,
nach Zeder und nach Eichenmoos.
Vetivergras, so erdig-holzig.
Komm- bette dich in meinen Schoß!

Essenz wie Moschus, bist mir Nektar,
was von dir strömt, mein Elixier.
Welch Lust entfacht, es war undenkbar.
Ich will dich schmecken, mon plaisier!

Komm- koste süß Ambrosia,
von Mund zu Mund wird es gereicht.
...
59 Die Enttäuschten
Vorschautext:
Wir lebten eine Handvoll Nächte
im Mondenschein, die Sinne wach.
Dein Herz war krank, weil alles Schlechte
vermutet wurde, meines brach
in Stücke, Abertausend Splitter,
so fasernackt lag es vor dir.
Einst süße Sehnsucht wurde bitter,
wohl war's nicht Liebe, sondern Gier.
58 Welten
Vorschautext:
Es war die Entfernung zweier fremder Welten,
so unüberbrückbar, so unendlich fern.
Doch wenn sie sich trafen, ließen sie gelten,
den andern, so anders, vom anderen Stern.

Und anfangs zumindest, als Augen noch glänzten,
Pupillen sich weiten, so lustvoll und schwarz,
da war es, als ob sie einander ergänzten,
als ob sie die Tanne und er frisches Harz.

Sie schliefen auf Wolken und speisten Kristalle
zum Frühstück bereits- "Setz das Leben aufs Spiel!"
...
57 Bedingungslos
Vorschautext:
Ich habe deinen Kummer leergeweint,
weil du ihn nicht ertränken konntest.
Dein übervolles Leid getrunken,
geschäumt mit meiner Wut.
Deine Sucht habe ich in meine Tasche gelogen
und mein Sehnen verdünnt mit deiner Melancholie.
Im Meer kristallklarer Mädchentränen
hab ich deinen Kummer gebadet und zugesehen,
wie ihr nie trocknen konntet.
Und so verschwamm meine Zuversicht wie deine,
in einem Fluss aus rotem Wein.
Doch als die Stimme deiner Resignation
...
56 Daseinskreislauf
Vorschautext:
In jenen tiefen, heil'gen Stunden
da nimmst du Abschied von der Welt
und monden ist die Nacht erhellt,
ach heilt noch rasch, ihr alten Wunden!

Los- heile auch, du banger Geist
denn jener Körper ist nur Hülle
und nichts bleibt dir von aller Fülle,
streif ab das alte Kleid, als seist

nachhaus gekommen, sorgenlos
geboren nun in fremdem Schoß,
...
55 Weggefährte
Vorschautext:
Was hab ich bloß für schlichte Gaben!
Sind Worte nur, doch ernstgemeint,
so vieles wollen sie dir sagen,
denn Dankbarkeit ist längst gekeimt.
Sie blüht und macht mich leicht verlegen,
wie könnt ich mich erkenntlich zeigen?
Denn dass du da bist, ist ein Segen,
berührt möcht ich mich gern verneigen,
vor deiner Sanftmut, deiner Güte
der herzigen Bescheidenheit!
Wie vieles schon durch dich erblühte,
durch deine große Freundlichkeit.
...
54 Dunkelheit
Vorschautext:
Schlafen möcht' ich, tagein und tagaus
und ruhen, still, in deiner Liebe
wie gern ich darin bliebe!
Mir träumte ich sei in dir zuhaus.
Schlafen möchte ich, nachtaus und nachtein
wohlig umnachtet der Verstand
wo Ruhe mich nun endlich fand
konnt' ich behütet sein im Mondenschein.
Schlafen möchte ich, ewiglich
könnt ich nur Stille sein und Friede
und unendlich tiefe Liebe.
Wie Sternenstaub erlös ich mich
...
53 Samsara
Vorschautext:
Wir kennen einander seit Olims Zeiten,
sind verschwistert und Traute im Leid.
Erzählen einander in nachtgrauen Weiten
von leerer Tage Sinnlosigkeit.

Wir alle haben Wehmut im Schlepptau.
Mutter Traurigkeit zieht uns groß.
Der Vater, vom Weine azurblau.
Die Gier schläft gern im fremden Schoß.

Wir kennen einander schon so viele Leben!
Gestorben, geboren, und tot.
...
52 Varanasi
Vorschautext:
Menschentode gärt es.
Am Schauplatz: Sandelholz und Betrug.
Tränengewaschen die Safranseide.
Ein Augenblick schaut Erkennen.
Leerer Kokon krustet Purpurblut.
Da- ein Leichentuch trägt Hoffnungsschimmer!
Das Herz DICH. Namenlose,
wo gingst du, so früh am Morgen?
Sie spielen Feuerfangen am heiligen Fluss.
Noch verbrennst du nicht. Noch vergehst du nicht.
Noch verwehst du nicht.
Lichterloh bin ich entflammt.
51 Als das was hinter mir liegt noch vor uns lag
Vorschautext:
Alles lag vor mir. Damals, als Regen noch flüsterte
und Gras lauter wuchs.
Hinter mir, wenig: eine Handvoll Träume,
im Nacken dein Atem. Die paar Jahre Leben.
Es war dieser Teich in deinem Garten: Moosheimat.
Es war der Zaunkönig der mir Vorfreude
aus dem Nähkästchen sang.
Wir gingen flussaufwärts als der Wind uns
die Blätter vor den Mündern verblies.
Abends mein Gesicht in deinen Händen
war ich alles was vor dir lag.
Es war dieses Bild von später: SIE.
...
50 Ich würde gehen
Vorschautext:
Ich würde gehen
wenn ich mich nur nicht mitnehmen müsste
würde ich gehen
müsste ich mir dort nur nicht begegnen
würde ich gehen
wenn ich mich dort nicht verlieren
und nicht finden müsste
würde ich gehen
dahin wo nicht ich bin
wo du nichts bist
ans Ende von allem, darüber hinaus
würde ich gehen
...
49 Morgenträume
Vorschautext:
Die Nachtigall, erst lauscht sie still,
sie hörte wohl mein leises Flehen:
Wie schön es sei, wie sehr ich will!
Sie sang von meiner Angst zu gehen.

Die Amsel singt uns Morgenlieder.
Im Tag erlischt die Dunkelheit.
In deinen Armen lieg' ich wieder,
in deinem Blick liegt Zärtlichkeit.

Wir lieben uns an jenem Morgen
in deinem Traum, wir schlafen nicht.
...