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Gedichte über den Tod - Seite 7


Er liegt und fault

Er liegt und fault

©Hans Hartmut Karg
2018

Als ich noch klein war mit dem jungen Vater,
Spielend im Sandkasten mit Nachbarskindern,
Dazu dort streichelte die Hühner und den Kater,
Waren wir weit entfernt vom Tod und seinen Schindern.

Doch immer wieder mal verschwand ein alter Mann
In unserer Nachbarschaft. Man trug dort Trauer,
Denn: „Der liegt und fault“, sagte man immer dann,
Wenn zwischen Lebenden und Toten wuchs die Mauer.

Der Vater selbst liegt ein Vierteljahrhundert
In kalter, feuchter, dunkler Friedhofserde.
Ich selbst bin darob heute sehr verwundert,
Wie rasch die Zeit mir floh und zur Distanz sich kehrte.

In dieser Losheit ohne Sprache unseres Seins,
Bei der es weder Antwort gibt, noch Frage,
Nicht Austausch über Meins und Deins,
Wird dieses Schweigen wohl zu unserer größten Plage.

Gezwungen bleiben wir schicksalsergeben,
Die wir noch immer lebensreisend sind,
Uns fragen und selbst Antwort geben,
Doch wegerinnert von des Schicksals Wind.

Wenn Mutter und wenn Vater tot,
Greift leichter jener Fatalismus,
Der Zweifel sät, wo einsam unsere Not:
Vermehrt hadern wir mit des Todes Kuss.

Einschläge kommen plötzlich näher,
Obwohl man scheinbar noch in vollem Leben.
Doch unsere Ärzte sind uns auch die Späher,
Die uns noch wenig Hoffnung geben.

Die Achsenzeit, sie läutet ein
Dein Leben nach der Eltern Tod,
Lässt Dich zurück, oft einsam sein
Und treibt so manchen aus dem Lebenslot.

Denn nie mehr wirst Du fragen können
Den Vater, der als Kind Dich trug.
Antworten wird er Dir auch keine nennen,
Die retten Dich vor Lug und Trug.

*
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Der Tod

Der Tod ist ein strahlendes Licht,
das zum Sterbenden spricht,
komm die Schmerzen nehme ich dir,
komm nur, komm, folge mir.

Ein Freund der fehlt, das Herz ist schwer,
wenn nur nicht diese Leere wär,
doch mein Herz bedenke,
Freunde sind ewigliche Geschenke.

Ein niemand ist wirklich tot,
bevor das letzte Herz ihn zu vergessen droht,
er lebt in Gedanken, lebt im Herzen,
dennoch befreit von weltlichen Schmerzen.

Nicht böse ist der Tod,
er nimmt und bringt die Not,
eine Kluft öffnet er,
die Einsamkeit fällt schwer.

Der Absturz in Trübsal und Leiden droht,
das Herz so sehr in Not,
kannst Trauer nicht in Worte fassen,
willst den Tod einfach nur hassen.

Doch bedenke liebes Herz,
so schwer ist auch der Schmerz,
eine Liebe wird genommen,
ein wachender Engel wird kommen.

Solange dein Herz nicht vergisst,
was durch den Tod genommen ist,
solange ist die Liebe niemals fort,
denn Liebe wechselt nur den Ort.

Der Körper ist die Hülle nur,
das Leben tickt wie eine Uhr,
und wird dereinst es genommen,
so mein Herz hast du vernommen?

Die Seele wechselte den Ort,
doch in deinem Herzen bleibt sie immerfort,
in menschlicher Hülle, unvergessen,
der Tod liegt nicht in deinem Ermessen.

Solange bis der letzte vergisst,
ein liebende Seel nicht gestorben ist,
die Leere wiegt schwer,
doch liebes Herz gib sie nicht her.

Wenn der Gedanke an das was fehlt,
dich auch noch so quält,
zu füllen versuche nicht,
und wenn dein Herz auch noch so sticht.

Der ewige Gedanke an den Verlust allein,
wird dereinst der Lückenfüller sein,
der Gedanke an ein Wiedersehen,
lässt dein Herz verstehen.

Beim Wiedersehen füllt sich die Leere,
es fällt ab des Hezens Schwere,
wir sind wieder froh und frei,
die Trauer ist vorbei.

Behalte nur treu den Gedanken an mich,
sowie ich niemals vergesse auch dich,
so lasse die Liebe nicht sterben durch vergessen,
den Leben im Herzen liegt in deinem Ermessen.

© by Laura-Jane Simon
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