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Gedichte über den Tod - Seite 27


Nebel in der Nacht

Nebel in der Nacht

Plitsch platsch ich bin nass
Gehe im regen übers gras
nebelschwaden überm graben
regen peitscht mir ins gesicht
und ich seh das auto nicht
Ein greller blitz und dann ist ruhe
erwache sanft in einer truhe
dunkelheit um mich herum
ich mach keinen finger krumm
fühl mich gut ja sehr geborgen
und ich freue mich auf morgen
Am morgen wach ich auf warum
sind nur wesen um mich rum
sie schnüffeln an den laken rum
steh auf geh aus dem haus und seh
ein schönes glitzerweißes reh
es lädt mich ein auf einen ritt
und da mach ich gerne mit

auf einmal ist da dunkelheit
nebel, schreckliche gräusche
tiefe furcht die macht sich breit
ich frage mich ob ich mich wohl täusche
ob da wohl ein kindlein schreit
gewickelt schlafend liegt es da
den winzgen daumen im mund
es ist zufrieden ganz und gar
wunderbar und ganz gesund
auf einmal reißt es auf die augen
und es starrt mich eisern an
und ich fall ich kanns nicht glauben
nichts was mich mehr halten kann
Farbenwirbel überall
schwarz und grün und tiefes blau
dann ein schecklich lauter knall
sie formen sich zum großen pfau
der spricht junge hör jetzt zu genau
...
da fliegt ein schwarzer pfeil heran
der pfau er schreit ein letztes mal
und sein leben ging hinan
aus der wunde dringen schwaden
von feuchtem nebel und wind
reißen mich mit ich sitz im wagen
fahre sehr geschwind
nebelschwaden überm graben
vor mir ist ein kind
läuft auf der wiese rum
durch den regen taub und blind
ich will schrein doch kann nichts tun
wie gelähmt bleibt alles stumm
mache keinen finger krumm
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Es war eine schöne Zeit

Ich habe viel erlebt
seit meiner Geburt
auch wenn's euch widerstrebt
Es ist nicht absurd

Hört zu, was ich euch sage
Ein paar Träume wurden wahr
Ich habe keine Klage
Über jedes Lebensjahr

ich habe nichts zu bereuen
keine Zweifel zu verstreuen
Es war leicht, manchmal schwer
Ich minder' es nicht mehr
Kommt dann der Gevatter mal vorbei
und sagt, ich bin nun des Lebens frei
sage ich: "Ich bin dazu bereit
denn ich hatte eine schöne Zeit

Ich stehe nun auf der Todesschwelle
Jedoch zieht ihr mich wie'ne Flutwelle
Ständig in das Leben zurück
als wär's ein großes Unglück
würde ich in das Todenreich fahren
so sehr wollt ihr mein Leben bewahren

Maschinen halten mich noch am Leben
Meine Lunge hat längst aufgegeben
Künstlich schlägt mein Herz in mir nur noch
Alleine komme ich nicht mehr hoch
Darf alleine nicht ins Freie gehen
und genüsslich die Natur ansehen
denn ich könnte umfallen und dann sterben
und ihr fürchtet die Klage von den Erben
Die mich ansehen mitleidig und gequält
denn es wird ein jeder Euro mitgezählt
den ich ihnen bei euch hier koste
während ich verfaulend dahin roste
Sie erzählen von früheren Tagen
Ich kann dazu zu ihnen nichts sagen
Meine Erinnerungen sind verschwommen
Ihr habt sie mir einfach so weggenommen

Ihr seid die übelsten Folterknechte
Habe ich gar keine Menschenrechte
Wöchentlich kommt ein Ernährungsexperte
erzählt mir was von Cholesterinwerte
und das ich auf die Ernährung achten solle
Ist dieser Typ sprichwörtlich von der Rolle?
Wie alt soll ich denn für ihn werden?
Glaubt er, ich würde niemals sterben?
Ich schlage mir fest an die Stirn
Bitte gebt ihnen etwas Hirn
Ich muss Untersuchungen an mir ergehen lassen
Da würden auch herzlose Folterer erblassen

Ich bin schon alt
Bald bin ich kalt
Ihr werdet nie den Alterstod bezwingen
Also hört doch auf gegen ihn zu ringen
Mit uns'rer Lebensfreude als Preis
Warum macht ihr bloß diesen ganzen Scheiß?

Ich freue mich schon auf den Tod
denn er befreit mich aus der Not
die an meiner Psyche sich labt
und in die ihr mich gesteckt habt
denn ich bin schon seit langem bereit
denn ich hatte eine schöne Zeit
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