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Gedichte über Sex und Sexualität - Seite 23


Regenlust

die ganze Nacht schon prasselt Regen...
stell mir vor, wir zwei liegen im Freien
noch warm genug im Spätsommer eben
lassen uns abduschen ohne dreckig zu sein

nichts ist unrein oder verboten im Wasser
das lebensspendende Elexier in der Wüste
wie sehr wir es genießen, werden nasser
Schweiß und Küsse vermischen die Gelüste

auf Haut fallendes Wasser wird zu Perlen
die meine Hände auf dir verfolgen
die über deinen Körper rinnen, sich mehren
sanfter Wasserfilm umhüllt im Wollen

dein weißes Hemd macht es unmöglich
deine Leidenschaft zu verbergen
deine harten Knospen drücken vorzüglich
gegen den straffen Stoff über zwei Bergen

dein Seidenrock klebt durchtränkt
auf völlig durchnässten Schenkeln
jede Faser trieft auf uns vermengt
unentwegtes sinnliches Denken

unter zwei Körpern sammelt sich ein See
sind wie Inseln in einem Meer der Lust
entfernen alles, was trennende Barriere
Kleidung, Ängste und Hemmungswust

nur noch mit Regen bekleidet
einzige Zeugin unseres Umgarnen
die sich mit uns am Augenblick weidet
hält uns fest in ihren Armen

schmiegt unsere Leiber zusammen
so nah wie das Wasser an unsere Haut
unsere Lippen treffen sich im Verlangen
Zungen verwickeln sich angeraut

Wasser schlägt über unsere nackte Außenwand
im schwülen Rhythmus Hüften sich wiegen
zum Regenlied intimer Tanz Hand in Hand
Lust und Liebe im Tropfentakt uns verbiegen

Finger erkunden jeden Spalt
Nässe vereint sich mit dem Regen
Finger machen vor nichts Halt
offenbaren, was zuvor verlegen

Tropfen zart an Wimpern und Nase hängen
fallen sinnlich wellenförmig übers Gesicht
Wasser gleitet über Lippen am Drängen
bringt Tiefe, Farbton & Intensität ans Licht

knieend vor dir koste ich deinen Geschmack
Regen vermischt sich mit ihm zu dir
perlenförmig sauge ich ihn von dir ab
mein Mund findet deine Knospen vor mir

deine Seerose öffnet sich ganz
im Regen meiner Aufmerksamkeit
dein Körper setzt fort seinen Tanz
auf meiner Zunge Zügellosigkeit

ich stehe auf, um unsere Lippen zu vereinen
hebe dich hoch, langsam in dich versinken
ziehst mich tiefer in dich mit deinen Beinen
wie sie sich fest um meine Taille schlingen

ein Baumstamm hinter deinem Rücken
gegen ihn heb und senk ich dich drückend
Regen uns miteinander verschmilzt
zwei Seelen für die jetzt nur eines gilt

zu einer Einheit sind sie verbunden
in die Flut der Leidenschaft gestürzt
unglaublich eng in sich verwunden
mit einem atemlosen Höhepunkt gewürzt

schreiend löst sich aufgebaute Lust
stillt im tiefen Glücksschluck ihren Durst
in der kühlenden frischen Brandung
entspannt sich zärtliche Umarmung

© meteor 2025
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Hals über Kopf

Du bist gegangen,
wie eine flüchtige Sünde,
die Laken vorhanden,
doch immer noch zerzaust,
nicht vom Schlaf,
sondern davon allein,
wie dein Körper sich krümmte,
als ich dir Dinge flüsterte leise,
die dich dazu brachten,
mir auf die Lippen zu beißen ,
nur um still zu sein,
weil sie Obszönes sagten.

Dieses Bett erinnert sich
an unsere letzten Stunden,
an deine glatte Haut,
mal oben, mal unten...
an das Keuchen,
das ich zu verbergen
versuchte,
an die Art, wie ich danach
ungläubig diesen Rausch
verfluchte,
an all das Verruchte
in dieser Nacht,
immer noch zeugt
Schweiß vom Spaß,
das Kissen immer noch
nass.

Du dachtest, du wärst
ungeschoren davongekommen
doch komm zurück,
atme ein...was dich verzückt,
mein Geruch haftet immer noch
in deinen Gedanken benommen...
immer noch heiß...
immer noch durchnässt...
wartest immer noch darauf,
dass meine Finger
dich wieder so verformen...

Du und ich
und eine Spur von Verführung ...
noch warm
von der Berührung ...
laut gehauchte Worte,
pulsieren in fiebrigen Adern,
wie Brandbeschleuniger
der erotischen Sorte,
forsieren sie das Feuer,
was in uns ist am Wabern...

Unsere Sprenkleranlagen
durch Feuermelder ausgelöst,
aus Schweißdrüsen sich
salziges Löschwasser ergießt...
Adrenalin will die Erregung
ins Unermeßliche hochjagen,
verborgenes Verlangen
entblößt...
pure Leidenschaft fließt...

Die Flammen in uns
greifen auf alles um uns über,
im Zentrum der Wunsch,
ewig so zu brennen...
die Sauerstoffzufuhr
hängt am Dopamintropf,
mit dem letzten
Infusionsbeutel versengen wir,
verglühen
Hals über Kopf ...

© meteor 2025
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Woge der Lust

Ich hatte nicht vor,
dich so derart zu begehren...
auch nicht das,
dass es das heraufbeschwor,
mich nach dir so zu verzehren ...

Ich habe mich nicht hingesetzt
und erwartet,
dass mein Körper mich verrät,
dass nur durch
deine Worte
mein Denken aussetzt ...
und so ausartet,
dass alles völlig
in Erregung gerät.

Trotz deiner Abwesenheit
verweilst du in mir ständig ..
es schmerzt von Zeit zu Zeit,
meine Lust ist so unbändig ...
die Abstände eine Geringfügigkeit,
mein inwendiges Verlangen steigt
nun auch auswendig...

Es tropft ... und der Stoff weiß es,
dieser Zeuge der langsamen,
verheerenden Woge der Lust ...
dieses Anschwellen, bis zu heiß alles,
dieses hinaufkriechende Anbahnen,
dieser begehrliche feuchte Durst...

Ich wälze mich hin und her,
und der Stoff seufzt an mir ..
nass befleckt von der Wahrheit,
die ich nie laut auszusprechen wage...
Nicht nur Erregung, nein, viel mehr...
diese Art von Hunger nach dir ..
diese geballte, gepresste Klarheit,
wonach im Dunkeln niemand fragte ...

Du hast mich nicht einmal berührt,
du hast nur ein Wort geschrieben
als wüsstest du es wie sooft ...
Von deinen Gedanken geführt,
von deiner Telepathie getrieben -
deine Tasten gleiten
unter meinen Stoff...

Dein Name erzittert in meinem Mund,
bevor du meinen ausgesprochen hast,
inmitten meiner Hüften tobt ein Sturm...
Der Drang, der Druck ist ungesund,
bleibt er weiter so eng eingefasst,
ein Reflex streckt
den Wurm zum Turm ...

Ich ließ den Stoff es aushalten,
du weißt ganz genau,
wie wir uns begehren,
wie es um mich steht...
lässt diesen Moment gewähren,
in dem auch du verstehst,
zergehst,
flehst ...
berührt zu werden...

Ich warte...
ich poche...
ich ruiniere den Stoff...
und wenn du endlich nah
zu mir kommst,
was ich mir so sehr erhoff'...
nah genug, um zu erkennen,
wie ich nach dir ausharre
nach dir horche...
nach dir giere...
nach dir brenne ...

Du wirst schnell erraten,
wirkst angefasst,
bis du es tief in dir spürst,
dass du einen Ort betreten hast,
den du nie wieder
sauber verlassen wirst...
nicht deine Lippen...
nicht dein Atem ...

© meteor 2025
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