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Gedichte über Romantik - Seite 4


Das Inserat (Teamwork)

Reife Frau sucht reifen Mann...
stand knapp in ihrem Inserat.
Nun schaut sie sich den Briefberg an
und schreitet lesend gleich zur Tat.

Ein Peter schreibt, er wär recht arm.
Ganz bettelarm auch wieder nicht.
Die Stube wird zwar nie ganz warm
und oft sitzt er bei Kerzenlicht.

Er sei halt sparsam - brauche wenig.
Okay, das ist dein gutes Recht.
Du wirst trotzdem nicht mein Herz-König,
denkt sie sich den Geizhals schlecht.

Der zweite Kandidat heißt Günther -
und der schreibt ziemlich frech:
ich bin dein Bärenfell im Winter.
Im Sommer nicht?, denkt sie. Dein Pech.

Der nächste bitte...Wie heißt der?
Robert - und sein Jaguar.
Er liebt den Flitzer - prahlt auch schwer,
daß er oft in Monaco war.

Ein Ferdinand von blauem Blute,
lädt sie gleich ein, zu sich, ins Schloß.
Schreibt wörtlich: mir wird wohl zu Mute,
reiten wir hier durch´s Tor, zu Ross.

Ein Dichter macht auf dicke Hose
und schickt gleich ein paar Reime mit:
Du wirst die meine, stolze Rose.
Ich hüte dich auf Schritt und Tritt.

Auf Schritt und Tritt...? Das strengt nur an,
gesteht sie sich schnell ein.
Das ist mal wieder typisch Mann -
will mich für sich so ganz allein.

Der adelige Reitersmann
sitzt mir zu hoch auf seinem Ross.
Ich brauche doch kein Pferdgespann;
schon gar kein altes, kaltes Schloss.

Der Rob mit seinem Jaguar E
soll an die Cote dÁzur -
mit seinem dicken Portemonnaie
erhält er manchen Liebesschwur.

Der Günther mit dem Bärenfell:
scheinbar ein Möchtegern - Rebell,
sucht nur ein schnelles Abenteuer
für Langzeit reicht es nicht, sein Feuer.

Den schwarzen Peter brauch ich nicht.
Er friert vor Geiz bei Kerzenflamme.
Auf Körperpflege nicht erpicht,
kennt er auch keine Badewanne.

Die reifen Männer sind wohl rar
und einen andern will ich nicht.
Ihr könnt mich alle - ist doch wahr!!
Ich will ´nen Kerl und keinen Wicht.

*

Ach hier - da schreibt mir noch der Klaus.
Er lädt mich ein zur Dichterrunde.
Na, das sieht doch ganz prima aus:
Da geh ich hin zur Abendstunde.



(c) Ingrid Bezold & Ralph Bruse
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Im Lichterschein

Leidenschaften sich offenbart,
Wünsche vorerst noch gezügelt,
niemals zuvor so darauf vernarrt,
von solch Vorfreuden beflügelt.

Erhoffte Romanze ist eingekehrt,
Verlangen wird jetzt gierige Lust,
keine ästhetische Liebesnacht begehrt,
nur Drang nach bald gestilltem Durst.

Mit schleichenden Blicken
auf Satin-glattweicher Haut,
schmachtend der Nacht entrücken,
in Erotik getränkt, sich anvertraut.

Ein kerzenbeleuchteter Dinner
den Willen auf die Prüfung stellte,
Champagner auf Eis im Dimmer,
löste Hemmungen in der Kälte.

Ein Feuer im offenen Kamin
uns einzig mit Licht einhüllt,
halten unser Drängen noch hin,
als Leidenschaft die Nacht erfüllt.

Ich streichel zärtlich dein Haar,
massiere dich ins Wohlgefühl,
du atmest sanft, bin dir so nah,
feines sinnliches Neckespiel.

Endlich treffen Lippen aufeinander,
so zärtlich und so hoffnungsvoll,
Zungen eng verflochten ineinander,
suchend, sind schier liebestoll.

Eine Fingerspitzenspur mäandert
von deinem Hals zu deiner Wirbelsäule,
auf Nervenenden gezielt gewandert,
gewecktes Vergnügen ... Sinnesfreude!

Tücher flüsternd auf den Boden segeln,
erfreuen die Haut, die sie aufdecken,
Keine Eile, keine Hetze, keine Regeln,
die ganze Nacht bleibt zum Vollstrecken.

Einen Pfad heisser Küsse begangen,
über weiche Kehlen der Knierücken,
die Körper schmerzendes Verlangen
erpicht darauf, stets zu entzücken.

Beim Schimmerlicht des Feuerscheins
zwei Körper dem alten Ritus verfallen,
leises Stöhnen der Lust vermengt zu Eins,
mit den Geräuschen der Nacht am verhallen.

© meteor 2024
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Rätselhafte Spitzennacht

~ + ~
Blass und langweilig wäre um uns die Welt,
wären alle Rätsel in ihr bereits gelöst.
Solange zum Mann eine Frau sich gesellt,
stets Geheimnisvolles sich entblößt.

Hinter einem Tuch aus Spitze ist verborgen,
pfirsichzarte, samtig weiche, weibliche Haut,
im Kerzenschimmer prahlen deine Knospen,
erotisch-sinnlich, nur zur Erregung gebaut.

Du aus Sehnsuchtsstoff vernähtes Rätselwesen,
so ungleich zum Mann von der Natur erschaffen,
Stapel von Büchern über deine Spezie gelesen,
wie ihr tickt, beim Mann Wissenslücken klaffen.

Analog dazu du als Frau am Rätseln über mich,
betörendes Muskelspiel zum Sattverwöhnen,
Phantasie nach Frauenart, kraftvoll männlich,
vom Denken her gibt es nichts zu beschönen.

Vernehmen unser Lächeln, stiften so Vertrauen,
ignorieren den gegenseitigen Fragezeichen-Blick,
belustigt strahlen meine abtastenden Adleraugen,
schamhaft funkeln deine Katzensterne zurück.

Deine magnolienrosig leuchtenden Lippen,
verlocken mich zum baldigen Zungenspiel,
nach der Lustdroge Pheromon am Bitten,
sinnig haben beide Spezien das gleiche Ziel.

Diesen Lockduft einatmend, macht animalisch,
versetzt unsere Sinne prickelnd unter Strom.
So zeigt sich, was von Grund auf dramatisch,
fügt sich magnetisch zur passgenauen Union.

Fraglos spielerisch talentiert küsst meine Zunge,
kreist und forscht neu-gierig in deinem Mund.
Meine Hände gleiten zaghaft, sind vorgedrungen,
über deines vielseitig-weiblichen Leibes Rund.

Nehme das dich einhüllende Tuch in meine Hände,
presse es fest auf deine erotisierende Haut.
Es wölben Hügel sich und zwei Knospenstände
durch Spitzen mir sich hin, erfreulich vertraut.

Wie sinnlich du so gewandet, reizvoll berührt,
hauchverhüllt hemmungslos soll die Reise sein.
So gleiten wir glücklich, uns begehrend verführt,
in diese unsere >rätselhafte Spitzennacht< hinein.
~ × ~


© meteor 2024
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