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Gedichte über Natur - Seite 32


Wieder hier ...

Einmal .. vor unglaublich langer Zeit
war überall hier, wo wir sind
Urwald
und er war uralt!
weit und breit
Bäume, Sträucher und Getier
kleine Bäche
bemooste Ufer zur Zier

Im Wandel der Gezeiten
galt es viel zu bestreiten
So ein Wald als Ganzes
ist selbst ein Lebewesen
ein reich Bepflanztes
mit Tieren manigfaltig
bunt erlesen

Unter vielen Schichten
im Boden
sind Generation von Geschichten
eingesogen

Verwurzelt im Erdreich
bewahrt für die Nachwelt
erfährt der, der
mit dem Boden gleich
was das Naturarchiv
für uns bereithält

Selbst im kleinsten Wald
voller alter umgestürzter Bäume
braucht es nur einen kurzen Halt
Augen zu!
Vorhang auf für Träume

Meine Gummistiefel platschen im Bach
um sie herum das fließende Wasser
das Aufspritzen im nassen Flach
klingt wie Musik in meinen Ohren
ich bin der Melodie Verfasser

Am größten Baum angekommen
lehn mich mit dem Rücken an ihn
bestaune totes Holz benommen
erinnere mich
als Kind zurück mich besinn'

Tränen sammeln sich aus meinen Augen
ich vermisse diese Zeit
noch jünger, hoch hingen die Trauben
keine Erwachsenendinge
Sorgen bereit'

Höre mich selber laut murmeln
"Wäre diese Zeit doch immer so geblieben!"
beginne, mich an den Baum zu mummeln
bin an seiner Rinde am kleben

"Nichts hält ewig!"
dröhnt es aus dem Stamm
erschrocken weich ich zurück!
was war das jetzt?
fang ich zu Spinnen an!

"Warum nicht?"
fragte ich ihn spontan
"Warum kann Sorglosigkeit nicht bleiben?"
gespannt darauf,
ob Antwort kam..

"So ist es nun einmal"
kicherte der Baum
"Schau dich um im Areal!
Totes Grün füllt den Raum."

"Einst waren sie stark wie ich
erlebten ihre Blütezeit des Strebens
viel Zeit im Wohlstand verstrich
doch im Kreislauf des Lebens
müssen Dinge nun mal enden
um Neuem ein Leben zu spenden“

Über diese Weisheit
war ich nicht verdutzt
dennoch sah ich nicht unweit
einen faulen Baumstamm
mit Pilz- und Blumenbewuchs

Ok, die Theorie sah ich ja ein!
mit der Praxis vor Augen
spürte ich ihr Dasein
minutenlanges Verschnauben

"Nimm dein Leben wie es ist!
erfreue dich an der Schönheit des Jetzt
trauere nicht Vergangenem nach
sonst siehst du nie, was du jetzt besitzt."

"Danke - Baum! - Traum?
ich komme wieder ...
wenn mir schwer die Glieder
wenn mir nach deiner Nähe
nach deinem Urvertrau'n
wenn ich doch nur auch
mein Schicksal wie du annähme
doch meinen Lebenszyklus
begegne ich mit Verdruss
hadere mit meinem Verfall
sehe mich ungern im Zerfall
doch dein Zuspruch macht Mut
du tust mir richtig gut!
bei dir werde ich ruhig
finde neue Kraft im Jetzt
bin wieder mehr mutig
mich noch öfter zu dir setz!"

"Wann immer du willst!
ich lauf dir nicht weg
wenn du dich bei mir wohl fühlst
bin ich gerne dein Kraftwerk"

brummte er mir nach
und ich mir versprach
morgen bin ich wieder hier
mitten in seinem Revier

© meteor 2024
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Sie sind mitten unter uns

Eben noch heimlich am Waldesrand,
ein Schritt weiter ich mich tief darin befand.
Plötzlich in unheimliches Schweigen gehüllt,
mich dieses seltsame Unbehagen erfüllt...

Mir versagt die Stimme,
kann nicht mehr sprechen,
bleibe stehen, halte inne,
lauert da ein Verbrechen?!

Mit dem ganzen Körper am Zuhören,
hellhörig mit jedem Tropfen Blut,
kann es nicht beschwören,
in meinen Adern pocht die Flut.

Bin allein mit meinen Gedanken,
verstrickt, gefangen, innerlich verkeilt ...
Von der Stille überwältigt am Wanken,
dröhnendes Flüstern ... meine Seele schreit!

Die Gedanken rasen, sie spielen,
taumeln durch meinen Kopf!
Die Stille ist plötzlich verschwunden,
gegen meinen Willen...
... wie wild mein Herz jetzt klopft!

Meine Gedanken lügen, sie betrügen,
sie stehlen, Täuschung, Betrug!
Die Vernunft spielt schüchtern gegen Lügen,
meinem Verstand geht es nicht mehr gut...

Die Welt ist voller offensichtlicher Dinge,
was niemandem jemals auffällt.
In jedem Baum, hinter jeder Rinde,
lauert das Unbekannte unerhellt.

Sie sind mitten unter uns!
Waren schon lange vor uns da,
sind wie wir uralten Ursprungs,
sie wissen noch, wie es mal war.

Beim Beobachten frage ich mich,
wie ist etwas entstanden und warum...?
Wer kennt die richtigen Antworten wirklich?
So gefragt, bleibt jeder lieber stumm!

Kleine Ameisen huschen über den Boden,
ohne zu bemerken, dass man auf sie könnte treten.
Ihnen fehlt der Blick von weiter oben,
mit ihm würden sie wohl sicherer leben.

Es gibt kein Richtig oder Falsch in der Art,
wie man Dinge beobachtet, sie beachtet.
Wenn ich das Wesen der Dinge neugierig hinterfrag,
ist's, als ob die Weite des Himmels mich auslachtet.

© meteor 2024
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