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Gedichte über Lust - Seite 25


Seelenregen

Der Geruch des Regens hüllt uns ein,
während du mich sinnlich verführst,
deine Lippen verbrennen meine,
in deinen Augen steht, was du spürst.

Wir nehmen uns die Zeit zuzuhören,
lassen unsere Augen mit sich reden,
wie sie sich mit Blicken betören,
sich unsere Liebe visuell eingestehen.

Vier Pupillen erfassen ihr Gegenüber,
vier schwarze Löcher ziehen sich an,
verlieren sich im Sog hinter Lidern,
ein Regenbogenhorizont aus Persipan.

Beim freiwilligen Sturz ins Inferno,
im freien Fall durchs Seelentor,
mit Freifallschein ins Herzcasino,
dringen wir in unsere Zentren vor.

Donner dröhnt aus unseren Herzen,
Gefühle prasseln auf Fingerspitzen,
heißer Strom züngelt in Zündkerzen,
springt über in Zungenkontaktblitzen.

Tauchen ab in ein Meer aus Küssen,
unsere Haut steht unter Feueralarm,
stoßen uns ab mit beiden Füßen,
springen umarmt in den Sinnesozean.

Unserem Schicksal ist es egal,
ob wir darin ertrinken,
es lässt uns keine Wahl,
müssen uns ineinander winden.

In uns bricht ein Sturm los,
ein Gefühlsbeben bahnt sich frei,
wie in einem gigantischen Erdstoß,
zerreißt eine Welle uns entzwei...

Aber unsere Seelen sind längst eins,
in sich verschmolzen, verbunden,
treiben in sich verschränkt vereint,
bleiben weiter in sich gewunden.

In einem schier endlosen Ausgleiten
stranden wir auf einem Berggipfel,
über uns sich Regenwolken ausbreiten,
Tropfen fallen auf Haut wie I-Tüpfel.

Mit jedem Einschlag ein Erreger,
eine Sinneswahrnehmung, ein Laut,
wir liegen auf uns, spiegeln uns wider,
im Seelenregen in uns vertraut.

© meteor 2025
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Woge der Lust

Ich hatte nicht vor,
dich so derart zu begehren...
auch nicht das,
dass es das heraufbeschwor,
mich nach dir so zu verzehren ...

Ich habe mich nicht hingesetzt
und erwartet,
dass mein Körper mich verrät,
dass nur durch
deine Worte
mein Denken aussetzt ...
und so ausartet,
dass alles völlig
in Erregung gerät.

Trotz deiner Abwesenheit
verweilst du in mir ständig ..
es schmerzt von Zeit zu Zeit,
meine Lust ist so unbändig ...
die Abstände eine Geringfügigkeit,
mein inwendiges Verlangen steigt
nun auch auswendig...

Es tropft ... und der Stoff weiß es,
dieser Zeuge der langsamen,
verheerenden Woge der Lust ...
dieses Anschwellen, bis zu heiß alles,
dieses hinaufkriechende Anbahnen,
dieser begehrliche feuchte Durst...

Ich wälze mich hin und her,
und der Stoff seufzt an mir ..
nass befleckt von der Wahrheit,
die ich nie laut auszusprechen wage...
Nicht nur Erregung, nein, viel mehr...
diese Art von Hunger nach dir ..
diese geballte, gepresste Klarheit,
wonach im Dunkeln niemand fragte ...

Du hast mich nicht einmal berührt,
du hast nur ein Wort geschrieben
als wüsstest du es wie sooft ...
Von deinen Gedanken geführt,
von deiner Telepathie getrieben -
deine Tasten gleiten
unter meinen Stoff...

Dein Name erzittert in meinem Mund,
bevor du meinen ausgesprochen hast,
inmitten meiner Hüften tobt ein Sturm...
Der Drang, der Druck ist ungesund,
bleibt er weiter so eng eingefasst,
ein Reflex streckt
den Wurm zum Turm ...

Ich ließ den Stoff es aushalten,
du weißt ganz genau,
wie wir uns begehren,
wie es um mich steht...
lässt diesen Moment gewähren,
in dem auch du verstehst,
zergehst,
flehst ...
berührt zu werden...

Ich warte...
ich poche...
ich ruiniere den Stoff...
und wenn du endlich nah
zu mir kommst,
was ich mir so sehr erhoff'...
nah genug, um zu erkennen,
wie ich nach dir ausharre
nach dir horche...
nach dir giere...
nach dir brenne ...

Du wirst schnell erraten,
wirkst angefasst,
bis du es tief in dir spürst,
dass du einen Ort betreten hast,
den du nie wieder
sauber verlassen wirst...
nicht deine Lippen...
nicht dein Atem ...

© meteor 2025
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