Sortieren nach:

Gedichte über Liebe - Seite 151


... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen




Freundliche Kontaktaufnahme

du lieblingsmensch, komm in mein versteck
leg dich doch zu mir, hier unter meine deck'

schau mir in die augen, sag mir, was du siehst
siehst du, wie meine vorfreude zu dir überfließt?

dich so nah bei mir, direkt neben mir zu spüren
gleich werden meine finger deine haut berühren

jeder kontakt zwischen uns ist eine sensation
dein sinnliches tastorgan vermeldet vibration

eine sanfte erschütterung lässt dich erzittern
ein wohliger schauer wellt über deine zarte haut

weiche härchen erheben sich, weil sie wittern
hier wird gleich unglaubliches sehr vertraut

fingerspitzen überfahren erste härchenenden
die sofort ihre exakte ortsangabe versenden

freundliche kontaktaufnahme erreicht regionen
ist unmittelbar am rande erogener zonen

per zutrittsparole zugriff ins sperrgebiet erteilt
tiefer irisscan zweier augenpaare gibt bescheid

positive signale aus der gefühlsschaltzentrale
wohlwollende mimik wölbender wangenareale

nach oben gezogene mundwinkel gespiegelt
jedewede schutzvorkehrung wird entriegelt

noch bevor das eindringen findet statt
die glückshormonausschüttung begonnen hat

zähne kauen auf deiner feuchten Unterlippe
weil fingerspitzen berühren haut deiner rippen

ein wohliger sinnesalarm folgt dem andern
als meine haut beginnt auf deiner zu wandern

warmer atem enthaucht durch dein lippenoval
deutlich hörbar dieses einmalige sechste vokal

sehnlichst erwünschter ganzkörperkontakt
findet zuerst im kopf reflexhaft koordiniert statt

unterstützt durch drüsige pheromonextraktion
robben sich zwei leiber zu innigster eskalation

wie zwei lippen ihre kusspartner blind finden
arme und beine sich gelenkig in sich winden

vier hände mit empfindlichsten tastsensoren
kontaktieren alle möglichen erogene hautporen

zungenspiele verdrehen zirkusreife kapriolen
bringen die synapsen völlig zum aufjolen

unglaublich dahinschmelzende laufende ekstase
schweisstreibende vereinte glücksphase

zeitlos unbegrenzter minimaler raumverbrauch
mehrfach reanimierter sauerstoffhauch

schnurrendes gurren geht über in hyperventilation
endlos hinauszögerndes finale die eskalation

frenetischer jubel bricht sich endlich bahn
über uns fällt mit uns der vorhang

© meteor 2024
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen


Im Lichterschein

Leidenschaften sich offenbart,
Wünsche vorerst noch gezügelt,
niemals zuvor so darauf vernarrt,
von solch Vorfreuden beflügelt.

Erhoffte Romanze ist eingekehrt,
Verlangen wird jetzt gierige Lust,
keine ästhetische Liebesnacht begehrt,
nur Drang nach bald gestilltem Durst.

Mit schleichenden Blicken
auf Satin-glattweicher Haut,
schmachtend der Nacht entrücken,
in Erotik getränkt, sich anvertraut.

Ein kerzenbeleuchteter Dinner
den Willen auf die Prüfung stellte,
Champagner auf Eis im Dimmer,
löste Hemmungen in der Kälte.

Ein Feuer im offenen Kamin
uns einzig mit Licht einhüllt,
halten unser Drängen noch hin,
als Leidenschaft die Nacht erfüllt.

Ich streichel zärtlich dein Haar,
massiere dich ins Wohlgefühl,
du atmest sanft, bin dir so nah,
feines sinnliches Neckespiel.

Endlich treffen Lippen aufeinander,
so zärtlich und so hoffnungsvoll,
Zungen eng verflochten ineinander,
suchend, sind schier liebestoll.

Eine Fingerspitzenspur mäandert
von deinem Hals zu deiner Wirbelsäule,
auf Nervenenden gezielt gewandert,
gewecktes Vergnügen ... Sinnesfreude!

Tücher flüsternd auf den Boden segeln,
erfreuen die Haut, die sie aufdecken,
Keine Eile, keine Hetze, keine Regeln,
die ganze Nacht bleibt zum Vollstrecken.

Einen Pfad heisser Küsse begangen,
über weiche Kehlen der Knierücken,
die Körper schmerzendes Verlangen
erpicht darauf, stets zu entzücken.

Beim Schimmerlicht des Feuerscheins
zwei Körper dem alten Ritus verfallen,
leises Stöhnen der Lust vermengt zu Eins,
mit den Geräuschen der Nacht am verhallen.

© meteor 2024
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen


Arwen & Aragorn

Als das Wasser fällt, scheint das Mondlicht anmutig hell,
wo der Wind in den wehenden Blättern leis flüstert.
Sie tanzt auf blühender Erde im beschimmerten Rondell,
zur Musik, die von der Brise luftig getragen knistert.

Beim sanftesten Klang des fröhlichen Elfensingsang
lächelt sie zum Tanzschritt des Frohsinns doch bang.
Arwen Evenstar, du bist sein Licht in der Dunkelheit,
wenn der Pfad der Schatten seine Grauen ihm zeigt.

Inmitten des Elfenliedes, aber in weiter Ferne,
ging er ins Exil, selbst erwählt, sichtlich ungerne.
Dort streicht Aragorn müde durch den dichten Wald,
auf der Suche nach Ruhe vor Kampf und Gewalt.

Ein sterblicher Mann mit angesammelten Jahren,
verflucht mit der Sehnsucht, ihrer Stimme auszuharren.
Der König ohne Krone schleppt sich mit schwerem Herzen,
sein Geist belastet von bittersüßen Schmerzen.

Aber als die Zeit ihr unsicheres Garn gesponnen,
durch ihr Schicksal waren sie zueinander gekommen.
Unter dem Himmel Hand in Hand sich gesellt,
verbunden in Liebe, um ihre Zukunft nicht gut bestellt.

Krieg war sein Weg und der Westen ihre Wahl,
ungleichen Liebenden drohte einsames Schicksal.
Trotz der Schwierigkeiten war ihr Glaube stark,
was auch immer auf beide noch zukommen mag.

Morgen müssen sie sich trennen, gibt kein Wegrennen,
er steht am Rande der Hoffnung, will es Zuversicht nennen,
hat keine Angst, sein Herz bleibt sicher in ihren Händen,
und ihres wird er, von ihm wohlbehütet, mit sich nehmen.

Ein Weg mit höchst obskuren Geheimnissen und Umtrieben.
Sie flüsterte süß zu ihm in seiner sorgvollen Aussicht,
"Wenn du nichts vertraust, vertraue uns, vertraue der Liebe.
Das Licht von Evenstar erlischt auf ewig nicht."

In all der Zeit, sein Herz war unbeugsam, wild und helle,
war in fernen Ländern unter seltsamen Sternen.
Sie im Bangen zwischen den Liedern der Wasserfälle,
in einem grünen und bezaubernden Tal am Geduld lernen.

Sein Herz liebte ihres schon seit Tausenden von Jahren,
zwischen den silbrigen Stämmen der vielen Birken,
hofften immer auf den Frühling, trotzten allen Gefahren,
mit Tränen in den Augen umarmt, ihr Glück am wirken.

Endlich waren Arwen und Aragorn selig verheiratet,
und sie wurde aus Liebe zu einem sterblichen Lebewesen,
nachdem sie ein Leben lang auf ihn hatte gewartet,
trotz seiner jahrelangen Reise ungetrübt verliebt gewesen.

In der lauen Sommerbrise finden sie Friede,
und noch viel mehr wollen sie entdecken.
Was sie ihm schenkte, er ihn ihr erweckte,
was er längst begriff ... war wahre Liebe.

© meteor 2024
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen