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Gedichte über das Leben - Seite 3418


Für das Kind, das ich war

Für das Kind, das ich war
von Sam de Wenah - gewidmet Mskjts

I. Verlassen
Das Kind:
„Wo bist du? Warum hast du mich verlassen?
Hast du nicht gehört, wie ich rief,
In den langen Nächten, in denen keiner kam?
Ich stand ganz allein, gefangen in der Dunkelheit,
Und suchte die Hand, die mich hielt,
Doch niemand war da.“

Der Erwachsene:
„Ich war da, irgendwo in dir,
Aber ich konnte dir noch nicht helfen."

II. Einsam
Das Kind:
„Es war immer kalt. Es war immer einsam.
Ich hörte Stimmen, aber keine, die mir halfen.
Warum konnte mich niemand sehen?
Warum konnte mich niemand halten?“

Der Erwachsene:
„Ich weiß, mein Kind, ich weiß,
Die Welt war laut und voller Feindseligkeit,
Und du, du warst das sanfte Wesen,
Das übertönt wurde von allem, was um uns tobte.
Aber ich konnte das noch nicht verstehen."

III. Unwichtig
Das Kind:
„Hast du mich vergessen? War ich so unwichtig?
Hast du nicht gesehen, wie ich zerbrach,
Wie die Träume aus meinem Herzen fielen,
Wie das Lächeln in meiner Seele fror,
Während ich die Tür öffnete und weglief?“

Der Erwachsene:
„Ich habe dich nie vergessen, mein Kind,
Aber damals war ich nicht stark genug, dich zu halten.
Heute weiß ich, dass du nie allein warst,
Denn du warst immer ein Teil von mir.“

IV. Ungehört
Das Kind:
„Es tut so weh, nicht gehört zu werden.
Es tut so weh, allein zu sein,
Während die Welt mir den Rücken kehrt.
Wo war der Trost, den ich brauchte?
Wo war der Schutz, den ich suchte?“

Der Erwachsene:
„Der Trost kam später, in den stillen Momenten,
Der Schutz wuchs aus den Erinnerungen, die ich sammelte.
Doch es gab Zeiten, in denen ich mich selbst verlor,
Und du, mein Kind, warst in diesen Momenten allein.
Heute, in unserer Begegnung gerade,
Erkenne ich: Ich war immer bei dir,
Ich musste nur lernen, mich selbst zu finden.“

V. Schutz
Das Kind:
„Du bist also jetzt der Schutz, den ich suche?
Du bist die Hand, die ich mir so sehr gewünscht habe?“

Der Erwachsene:
„Ja, ich bin es.
Ich nehme dich in den Arm, mein Kind,
Denn du bist nie wirklich gegangen.
Du bist ein Teil von mir, tief in meinem Inneren.
Ich werde dich nie wieder verlassen.
Heute werde ich der Schutz, den du immer verdient hast.
Und du wirst die Liebe finden, die du nie kanntest.“

VI. HEILUNG
Das Kind (flüsternd):
„Es ist schön, endlich gehört zu werden.
Es ist schön, endlich gehalten zu werden.“

Der Erwachsene (mit einem Lächeln):
„Es ist schön, dich zu finden, mein Kind.
Es ist schön, uns beide zu sehen, hier, zusammen.
Denn du und ich, wir sind genug.
Gemeinsam haben wir alles, was wir brauchen.“

(C) SamDeWenah
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Hass oder Leben

Ein Knall.
Und wieder brennt der Himmel.

Bomben über Städten.
Sirenen im Morgengrauen.

Die einen feuern Raketen.
Die anderen schlagen zurück.

Und irgendwo dazwischen
zerreißt es Familien.

Körper unter Trümmern.
Staub in offenen Wunden.

Greuel -
und wir nennen es Strategie.

Mütter halten Stofffetzen in der Hand
und suchen nach dem Rest ihres Kindes.

Väter telefonieren mit letzten Nummern,
die ins Nichts führen.

Großeltern sterben am Schock,
noch bevor der Einschlag sie trifft.

Nach Jahren der Kriege
ist die Erde müde geworden.

Zu viele Gräber.
Zu viele Namen.
Zu viel Hass.

Angst wächst in Seelen.
Wie ein dunkler Schimmel.

Herzen schlagen im Dauer-Alarm.
Kinder zeichnen keine Häuser mehr –
sie zeichnen Feuer und Rauch.

Die Welt schaut zu.
Besorgt.
Empört.
Ohnmächtig.

Doch jeder Krieg beginnt nicht mit Raketen.
Er beginnt mit Gedanken.
Mit Entmenschlichung.
Mit dem Satz:
„Die dort sind nicht wie wir.“

Was also muss sterben,
damit wir leben?

Nicht Völker.
Nicht Städte.
Nicht Träume.

Sterben muss der Stolz,
der keinen Schritt zurück kennt.

Sterben muss die Gier nach Macht,
die sich als Sicherheit tarnt.

Sterben muss der Hass,
der Kinder zu Feinden macht.

Solange wir Stärke mit Zerstörung verwechslen,
wird die Erde beben.

Solange wir Vergeltung über Mitgefühl stellen,
bleibt Frieden Wüste.

Kein Arsenal bringt Erlösung.
Kein Drohen heilt Wunden.

Nur Erinnerung.

Erinnerung daran,
dass jede Mutter gleich weint.
Dass jedes Kind gleich zittert.
Dass jedes Herz gleich bricht.

Die Menschheit hat vieles erfunden.
Maschinen.
Grenzen.
Bomben.

Was wir verloren haben,
ist älter:

Gewissen.
Demut.
Verantwortung.
Barmherzigkeit.

Frieden beginnt nicht in Hauptstädten.
Er beginnt im Innersten.

Wenn der Hass stirbt,
lebt die Welt.

Und vielleicht ist genau das
die letzte Entscheidung.

Denn wenn der Hass nicht stirbt,
sterben wir mit ihm.

(C) SamDeWenah
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