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Gedichte über Humor - Seite 301




Der verratene Vater

Ein liebes junges Ehepaar,
das hat ein Kind seit einem Jahr.
Der Bub ist gut entwickelt und
so wie er aussieht kerngesund.

Er kann laut schreien, aber doch,
an ersten Worten fehlt es noch.
Und immer öfter wird gefragt,
ob er denn auch schon Mama sagt?

Doch dann ganz plötzlich bringt Klein-Klaus
ganz deutlich das Wort OPA raus.
Und danach war er wieder stumm, -
jedoch der Opa fiel tot um.

So ist es manchmal auf der Welt,
dass Freud und Leid zusammefällt.
Doch nach paar Tagen ists geschehn,
und auch die Oma musste gehn,

nachdem das Kind - Gott seis geklagt -
das Wörtchen OMA hat gesagt.
Man tröstete sich brav und bieder:
Zufälle gibt es immer wieder.

Doch hat man Angst und schöpft Verdacht,
sobald das Kind den Mund aufmacht.
Den Vater packt ein leiser Graus, -
heut früh kam deutlich PAPA raus.

Was ihn am meisten dabei stört,
die Frau, die hat es auch gehört,
sonst hätt' er Lust sich einzuschärfen:
"Naja, das sind wohl bloß die Nerven . . ."

Zwingt sich zu lächeln, wenn er spricht,
doch ganz tief drin, da lächelts nicht!
Er lässt erst mal das Auto stehn, -
"Ach, Buss zu fahrn, ist auch ganz schön.

Was soll das Selber-fahren nutzen?
Ich muss doch nicht die Luft verschmutzen!
Auf Arbeit meidet er Maschinen,
die lässt er andere bedienen.

Auch zu der Sitzung geht er nicht,
weil eine Stimme in ihm spricht:
Es gab schon oft in letzter Zeit
in Sitzungen gehörig Streit,

der Absatz sinkt, der Stress am Markt!
Bloß heute keinen Herzinfarkt!!!" -
Dann kommt auch noch der große Mist,
dass heute einer 50 ist!

"Ach bitte keinen Alkohol!
Ich fühl mich heut nicht richtig wohl!"
"Was ist denn das für eine Masche?
Du bist doch sonst nicht so 'ne Flasche!"

Heut scheint ihm alles ziemlich dumm, -
doch endlich ist der Tag herum.
Er geht zum Buss und staunt sodann, -
er kommt ganz heil im Wohnort an.

Erreicht sein Heim ganz ohne Not.
Er lebt! - (Ein Mann der Post ist tot---).
Den hat (beim Zustelln müsst ihr wissen)
ein böser großer Hund gebissen.

Die Ehe mit dem Kind im Haus
sah jetzt nicht mehr so astrein aus, ---
doch sprach der Mann, du lieber Gott,
halt lieber mal gehörnt, als tot!

Das Kind sprach künftig ganz normal
und es gab keinerlei Skandal,
so dass die Frau, der Mann, das Kind
im Grunde ganz zufrieden sind.
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Gefräßige Motten

Es sollte grad losgehn,sie waren schon nackt,
da hört sie, wie\'s Schloss in der Wohnungstür knackt.
Mein Mann! Um die Zeit! - registriert sie noch grad, -
\"Es geht jetzt nicht anders, schnell Liebling ins Bad!\"

Der Mann kommt ins Zimmer: \"Wieso bist du nackt?\"
\"Ach, Liebling, mich hat das Verlangen gepackt,
ich warte auf dich, und bin völlig bereitet,
und hab mich zum Zeitgewinn schon mal entkleidet.\"

\"Ich werde mich gerne gleich mit dir befassen,
muss bloß kurz ins Bad, um noch Wasser zu lassen.\"
Sie kanns nicht verhindern, er öffnet die Tür ----
und sieht dort den Nackten. \"Was machen Sie hier?\"

Der achtet nicht auf ihn, und klatscht in die Luft,
bis dieser jetzt deutlich und laut nach ihm ruft.
Er hat ihn wohl gar nicht gesehn und gehört,
wie jemand, den jemand beim Arbeiten stört.

Nun merkte er endlich, der Mensch will ihn sprechen
und ließ sich deshalb auch mal kurz unterbrechen:
\"Bin Jäger of Kammer, mein Name ist Rehm, -
ich kümmere mich um Ihr Mottenproblem.\"

Jetzt klatschte er weiter, der Ehemann fragt:
\"Doch warum, zum Teufel, warum sind Sie nackt? \"
Der Fremde, verwundert, betrachtet sich düster, -
\"Das sind aber hier ganz verfressene Biester!\"

Man sieht es ihm an, er ist völlig betroffen,
\"Und jetzt sind sie weg, ah,--- das Fenster steht offen!\"
Der Fall ist gerettet! Der Ehemann lacht:
\"So kann man sich irren! Fast hätt ich gedacht . . . .\"

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Wem trotzdem ein Satz fehlt, der lese noch diesen:
Es handelt sich hier um den echten Ostfriesen.
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