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Gedichte über Hoffnung - Seite 556


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Zwischen Sterne und Sonne

Geboren in diese Welt, so groß und so weit,
voll Frieden und Leben, voll endloser Zeit.
Doch tief in der Seele, verborgen im Licht,
liegt etwas, das spricht - doch man hört es wohl nicht.

Ich wünsche mir Worte, die endlich besteh’n,
die nicht nur in meinem Gedanken verweh’n.
Dass jemand mich sieht und mein Schweigen versteht,
bevor meine Hoffnung im Wind ganz vergeht.

Wo blieb nur die Zeit? Warum wird es so kalt?
Mein Lächeln zerbricht, obwohl jeder mich hält.
Ich müsste doch glücklich und dankbar hier sein,
doch alles in mir schreit nur nach deinem Schein.

Nach deinem Gesicht, deinem strahlenden Blick,
deiner Stärke, deinem leichten Geschick.
Nach deiner Vernunft, deiner Art zu besteh’n –
ich wünschte, die Welt würde mich so auch seh’n.

Ich wäre so gern einmal du statt nur ich,
denn jeden Vergleich, den verlier’ ich für mich.
Als Kind dacht’ ich leise: „Das geht schon vorbei.“
Doch heute trägt jeder Gedanke den Schrei.

Warum ist Selbstliebe so fern wie das Meer?
Warum fühlt sich Lieben unendlich so schwer?
Lag es daran, dass ich niemals verstand,
ob irgendwer mich wirklich wollte im Land?

So war meine Kindheit, so war meine Zeit,
die Jugend voll Schatten und Einsamkeit.
Und heute als Mensch bleibt das Echo besteh’n:
„Du wirst niemals reichen, egal wohin geh’n.“

Nie genug für die Welt, nie genug für mich,
im Spiegel erkenne ich oftmals nur Pflicht.
Am liebsten würd’ ich diesen Körper verlass’n,
im schwarzen Vergessen die Last einfach fass’n.

In jedem Gesicht such’ ich irgendwo Licht,
nach jemandem, der endlich sagt: „Ich seh dich.“
Als erster Gedanke, als erster im Sinn,
doch meist bleibt am Ende nur Leere darin.

Ich bin wie ein Stern in der endlosen Nacht,
dessen Schimmer im Himmel kaum jemand entfacht.
Der Mond deckt ihn zu mit silbernem Kleid,
die Sonne erreicht ihn in Ewigkeit nicht.

Wie gern würd’ ich ihre Wärme verspür’n,
statt ständig nur Kälte im Herzen zu führ’n.
Doch manches Begehren bleibt ewig verwehrt,
weil selbst die Natur solche Sehnsucht verzehrt.

So lern’ ich zu schweigen, versteck’ mich im Grau,
vor Blicken der Menschen, vor jeder genauen.
Ich schäme mich selbst für mein Spiegelgesicht,
für Stimme und Schritte, als wäre ich Pflicht.

Mein Kopf voller Feuer, mein Herz still und klein,
mein Mund bleibt verschlossen mit jedem Alleinsein.
Die Augen weit offen, der Blick ohne Ziel,
das Nichts wirkt vertrauter als jedes Gefühl.

Ich möchte nur fliegen auf Wolken aus Zeit,
ohne Morgen, ohne den ewigen Streit.
Nicht kämpfen, nicht siegen, nicht stärker mehr sein,
nur endlich im Frieden mit mir selbst daheim.

Und trotzdem, ganz leise, tief unter dem Schmerz,
schlägt irgendwo hoffnungsvoll noch dieses Herz.
Es träumt von den Worten, nach denen ich ring’:

„Du bist hier gewollt.
Du bist von Wert.
Du bist wunderschön,
auch wenn dein Herz sich beschwert.

Du bist nicht zu viel.
Du bist nicht zu klein.
Du darfst einfach leben.
Du darfst einfach sein.“

Vielleicht ist das Ende nicht Dunkel und Nacht.
Vielleicht hat die Hoffnung noch leise gelacht.
Vielleicht ist der Kampf eines Tages vorbei,
und ich schenke mir selbst endlich Liebe dabei.
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Zyklus: Im Schatten der Sucht

1. Verführung (Der grüne Tisch)
2. Gewöhnung (Alkohol – ein falscher Freund)
3. Innere Abhängigkeit (Der Schatten im Glas)
4. Allgemeiner Blick auf Drogen (Drogen)
5. Das persönliche Schicksal (Mein Freund)
6. Der völlige Absturz (Im Schatten der Nadel)
7. Die gesellschaftliche Wirklichkeit (Bahnhofsviertel)
8. Rückblick und Erkenntnis (Endstation Amsterdam)
9. Epilog – Hoffnung (Träumerisches Asyl)

Der grüne Tisch

Der Wagen glänzt im Abendlicht,
als kenne er die Zweifel nicht.
Die Grenze liegt nur eine Stunde fern,
dort glimmt am Himmel schon ein Stern.

Ein Portier öffnet leis die Tür,
als wartete das Glück schon hier.
Der Teppich schluckt den letzten Schritt,
ein Lächeln geht im Saal gleich mit.

Der Croupier nickt mit höflichem Gesicht,
als kenne er das Ende nicht.
Die Karten fallen, still und klar,
als wär das Schicksal berechenbar.

Du glaubst, das Spiel sei dein Revier,
das Glück steht wieder neben dir.
Ein Gewinn — und wieder mehr,
der Traum wird groß, das Herz wird schwer.

Dann nimmt die Nacht zurück, was sie geliehn,
und lässt dich weiter an den Tischen ziehn.
Du setzt die Vernunft auf eine Zahl,
verlierst zuerst die freie Wahl.

Dann folgen langsam Haus und Zeit,
am Ende selbst die Wirklichkeit.
Zu Hause fragt man still: „War es Glück?“
Du lächelst nur und blickst zurück.

Die Wahrheit bleibt im Mantel stehn,
den keiner hebt, um sie zu sehn.
Der grüne Filz kennt keinen Stand,
nicht Rang, nicht Geld, nicht Vaterland.

Er fragt nicht nach dem großen Namen,
er nimmt sie alle still zusammen.
Noch brennt ein Licht im Fenster dort,
als trüge es dein Schweigen fort.

Sie warten still — vielleicht auf dich,
ein leises Hoffen regt sich.
Nicht jeder Weg endet im Licht —
doch ohne Hoffnung geht er nicht.

Alkohol – ein falscher Freund

Für dich beginnt die Welt zu stinken,
du greifst erneut zum Glas, zum Trinken.
Zu schüchtern, um dich selbst zu zeigen,
soll Whiskey deine Einsamkeit verschweigen.

Du sagst, er tröste dich bei Nacht,
doch hast du je daran gedacht?
Er wärmt dich nur für kurze Zeit,
zurück bleibt nichts – nur Bitterkeit.

Du wirst zum Schatten deiner Kraft,
dein Geist verliert, was früher schafft.
Die Kreativität versiegt,
weil Alkohol dein Denken biegt.

Du sagst: „Ich weiß, das ist nicht gut“,
doch fehlt dir oft der neue Mut.
Der Wille, klar zu leben, schwindet,
weil dich der Rausch in Ketten bindet.

Es muss nicht Whiskey, muss nicht Wein –
du kannst auch stark und nüchtern sein.
Denn jeder Schluck, so süß, so sacht,
hat schon so viele Seelen umgebracht.

Drum hör auf, dich selbst zu belügen,
lass dich vom Leben nicht betrügen.
Greif nicht zur Flasche – greif nach Licht,
denn wahres Glück gibt Alkohol dir nicht.

Der Schatten im Glas

Die Welt bekommt den bitteren Geschmack,
du öffnest still das Buch der alten Schatten.
Ein Pakt, der dich aus Einsamkeit entfacht,
doch Träume lässt er stumm und kalt ermatten.

Du bist nicht du, nur noch ein blasser Geist,
verloren in den Nebeln deiner Tage.
In deiner Hand das Gold, das dich zerreißt,
ein falsches Ruder hin zu neuer Plage.

Du weißt, die Flasche flüstert dir nur Leid,
doch dein geschwächter Wille will nicht hören.
Du jagst dem Feuer nach aus alter Zeit,
mit jedem Schluck lässt du es weiter stören.

Die Nacht spricht leise, doch sie meint nicht dich,
sie lockt mit Freiheit, die dir nie gegeben.
Die Sterne trüben sich im Glas heimtückisch,
ein Spiegel bricht — ein Sturz ins tiefe Leben.

Ein dunkler Chor tanzt schimmernd im Kristall,
die Schatten locken dich durch enge Türen.
Sie schließen lautlos, wie beim letzten Fall,
als wollten sie dich ganz im Dunkel führen.

Doch irgendwo im tiefsten Grund der Nacht
glimmt noch ein Funke — klein, doch nie verloren.
Er flüstert sanft: „Hab auf dich selbst noch Acht!“
Das Feuer ruht, doch ist nicht neu geboren.

Drogen

Schatten wirft Dein Leben zurück,
Gesellschaft, bedeutet das Dein Glück.
Nein, für Dich ist alles verlogen,
darum greifst Du ständig zu Drogen,
doch die Drogen
sind genauso verlogen.
Du sagst, es gibt keine Ehrlichkeit,
es gibt nur Ungerechtigkeit.
Ja es stimmt,
aber trotzdem solltest Du nicht resignieren
und die Lust am Leben verlieren.
Finde wieder zu Dir zurück,
vielleicht gibt es auch für Dich in
unserer Gesellschaft Zufriedenheit und Glück.

Mein Freund

Mein Freund, Du bist berüchtigt,
denn Du giltst als süchtig.
Die Leute auf der Straße,
sie starren Dich an
und ich frage mich
wie das alles nur so geschehen kann.

Mein Freund, die Leute bezeichnen Dich als asozial,
aber Dir ist ihre Meinung vollkommen egal,
denn Du bist zu schwach um Dich zu wehren
um auf einen bürgerlichen Weg zurückzukehren.

Mein Freund, Dein Handeln ist Resignation,
angebotene Hilfe verachtest Du als Hohn.
So lebst Du, voll von allen möglichen Drogen,
alleine, total von der Umwelt zurückgezogen

Im Schatten der Nadel

Dunkle Schwaden, ein stummes Heer,
ziehen übers Herz so schwer.
Ein Sturm im Innern, ohne Rast,
der dich in kalten Fesseln fasst.

Der Vater ruft – ein fernes Wort,
doch deine Seele treibt schon fort.
Die Tränen glänzen, fließen leis,
wie Wasser, das im Finstern reißt.

Dein Wesen verschwand im Nebelgrau,
ein Spiegelbild – dir selbst nicht treu.
Die Adern schwellen, flüstern stumm,
erzählen Märchen, bitter und krumm.

Valoron, Heroin – die mörderische Speis’,
sie nährt dich täglich, kalt und leis.
Und Zuneigung, die bei dir war,
verglüht im Rauch – nicht mehr gewahr.

Dein Selbstmitleid – ein schwarzer Chor,
verlorene Zeit treibt dich empor.
Kein Strahl, der deine Schatten bricht,
kein Morgen schenkt dir neues Licht.

Die Menschen wenden sich von dir,
du stehst im Abseits, ohne Wir.
Kein Paradies, kein mildes Grün,
nur Steine, die im Abgrund blüh’n.

Man nennt dich Schuld,
ein Name, schwer von kalter Huld.
Und wir, wir stehen machtlos da,
seh’n deine Flamme schwinden – nah.

Ein Atemzug, zu viel gedacht,
ein Wort, das fast den Morgen macht.
Doch Zweifel stirbt im gleichen Raum,
zerfällt zu Staub – ein letzter Traum.

Und wenn der letzte Vorhang fällt,
das Dunkel dich in Armen hält,
dann naht der Schuss, der golden glüht,
der dich in Schlaf für immer wiegt.

Bahnhofsviertel

Siehst du den Mann vor der Spielothek steh’n,
mit zitternden Händen, kaum fähig zu geh’n?
Ein Becher voll Kaffee, der wärmt nur die Haut,
sein Mantel ist müde, der Kälte vertraut.
Die Schuhe erzählen von Jahren im Dreck,
die Zeit ist verschwunden, der Tag bleibt ihm weg.
Und du willst mir sagen, du seist schon am Ende,
weil Arbeit dich drückt und der Alltag dich blende?
Komm mit mir ein Stück von den Türmen zurück –
ich zeig dir am Rand, wie zerbrechlich ist Glück.

Siehst du die Frau an der Taunusallee,
ihr Blick starr und fern wie ein eisiger See?
Zu jung für die Härte, zu alt für ein Ziel,
der Lippenstift hält, doch er lügt für ein falsches Spiel.
Sie erwartet nicht Kunden, nicht Nähe, nicht Geld,
nur die Wärme, die kurz sie im Schutzzelt erhält.
Und du willst mir sagen, du wärst ganz allein,
kein Mensch würde bleiben, kein Wort wäre dein?
Komm mit mir dorthin, wo man Nähe verkauft –
ich zeig dir, was es kostet, was Liebe hier taugt.

Siehst du die Schatten am U-Bahn-Eingang,
ihre Schritte ohne Richtung, ihr Atem so lang?
Die Nadeln wie Uhren, sie ticken nicht mehr –
kein Morgen, kein Gestern, nur bleich und leer.
Zeit ist kein Maß mehr, kein Trost und kein Ziel,
nur Stille im Rausch oder Zittern, kein Gefühl.
Und du willst mir sagen, dein Leben steht still,
weil nichts sich verändert, nichts werden will?
Komm mit mir hinab unter Brücken aus Stein –
ich zeig dir die angebliche Freiheit am Main.

Ein paar Straßen weiter glänzt Glas und Beton,
doch hier spiegelt nichts mehr, nicht Traum, nicht Lohn.
Nur Gesichter, die niemand beim Namen mehr nennt
und Wege, die keiner vom Sehen kennt.
Wenn du also klagst über Tage aus Leere,
über die Lasten, über die untragbare Schwere:
Denk an die Straßen am Bahnhof bei Nacht –
sie tragen das Gewicht und niemals die Pracht.

Endstation Amsterdam

Unheimlich romantisch hatte ich mir ihr
Leben vorgestellt,
ich versuchte es zu imitieren,
doch es war für mich eine fremde Welt
und ich begann meine intellektuelle
Persönlichkeit zu verlieren.
All die Scheinfreiheit durch die Drogen
ist genauso wie der materialistische Kommerz verlogen.
Amsterdam war für mich die Endstation meines freakhaften Treibens,
heruntergekommene Junkies wollten mich
damals zwingen
in dieser Gesellschaftsschicht zu bleiben.
Aber all die rücksichtslosen kapitalistischen Interessen,
nur um den Eigenbedarf zu decken,
all das dekadente Erscheinungsbild
konnten in mir keine kreativen Impulse mehr wecken.
Trotz Analysen meiner damaligen Touren
hinterließ diese Zeit bei mir viele Spuren.
Bis heute konnte ich mich nicht so recht
in die bürgerliche Gesellschaft integrieren,
denn als nachdenklicher Mensch mit gewissen
Erfahrungen lässt man sich nicht so leicht manipulieren.

Epilog

Träumerisches Asyl

Die Uhr in mir steht still und schweigt,
hat sich der Zeit längst abgeneigt.
Ich treibe haltlos, ohne Ziel,
verloren in des Daseins Spiel.

Ein Sturm hat mich hinausgetragen,
ließ keine Antwort auf mein Fragen.
Er warf mich weit ins weite Meer,
wo Anfang endet – und nichts mehr.

Die Wellen flüstern Ewigkeit,
verschlingen Luft und auch die Zeit.
Ich bin nur Staub in ihrem Raum,
ein flüchtiger, vergess’ner Traum.

Doch tief in mir ein Sehnen brennt,
das keinen Ort und Namen kennt:
Gib mir ein Licht, gib mir ein Land,
reich mir im Dunkel deine Hand.

Ein Paradies wird meine Wunden heilen,
wo Angst und Schatten nicht mehr weilen.
Ein stilles Reich, fern aller Pein –
dort möchte ich geborgen sein.

Asyl im Traum, im Herzen weit,
jenseits von Sturm und Einsamkeit.
Wo nichts mich trifft, mich nichts zerreißt,
nur Frieden in meiner Seele kreist.
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