Zwischen Sterne und Sonne
Geboren in diese Welt, so groß und so weit,
voll Frieden und Leben, voll endloser Zeit.
Doch tief in der Seele, verborgen im Licht,
liegt etwas, das spricht - doch man hört es wohl nicht.
Ich wünsche mir Worte, die endlich besteh’n,
die nicht nur in meinem Gedanken verweh’n.
Dass jemand mich sieht und mein Schweigen versteht,
bevor meine Hoffnung im Wind ganz vergeht.
Wo blieb nur die Zeit? Warum wird es so kalt?
Mein Lächeln zerbricht, obwohl jeder mich hält.
Ich müsste doch glücklich und dankbar hier sein,
doch alles in mir schreit nur nach deinem Schein.
Nach deinem Gesicht, deinem strahlenden Blick,
deiner Stärke, deinem leichten Geschick.
Nach deiner Vernunft, deiner Art zu besteh’n –
ich wünschte, die Welt würde mich so auch seh’n.
Ich wäre so gern einmal du statt nur ich,
denn jeden Vergleich, den verlier’ ich für mich.
Als Kind dacht’ ich leise: „Das geht schon vorbei.“
Doch heute trägt jeder Gedanke den Schrei.
Warum ist Selbstliebe so fern wie das Meer?
Warum fühlt sich Lieben unendlich so schwer?
Lag es daran, dass ich niemals verstand,
ob irgendwer mich wirklich wollte im Land?
So war meine Kindheit, so war meine Zeit,
die Jugend voll Schatten und Einsamkeit.
Und heute als Mensch bleibt das Echo besteh’n:
„Du wirst niemals reichen, egal wohin geh’n.“
Nie genug für die Welt, nie genug für mich,
im Spiegel erkenne ich oftmals nur Pflicht.
Am liebsten würd’ ich diesen Körper verlass’n,
im schwarzen Vergessen die Last einfach fass’n.
In jedem Gesicht such’ ich irgendwo Licht,
nach jemandem, der endlich sagt: „Ich seh dich.“
Als erster Gedanke, als erster im Sinn,
doch meist bleibt am Ende nur Leere darin.
Ich bin wie ein Stern in der endlosen Nacht,
dessen Schimmer im Himmel kaum jemand entfacht.
Der Mond deckt ihn zu mit silbernem Kleid,
die Sonne erreicht ihn in Ewigkeit nicht.
Wie gern würd’ ich ihre Wärme verspür’n,
statt ständig nur Kälte im Herzen zu führ’n.
Doch manches Begehren bleibt ewig verwehrt,
weil selbst die Natur solche Sehnsucht verzehrt.
So lern’ ich zu schweigen, versteck’ mich im Grau,
vor Blicken der Menschen, vor jeder genauen.
Ich schäme mich selbst für mein Spiegelgesicht,
für Stimme und Schritte, als wäre ich Pflicht.
Mein Kopf voller Feuer, mein Herz still und klein,
mein Mund bleibt verschlossen mit jedem Alleinsein.
Die Augen weit offen, der Blick ohne Ziel,
das Nichts wirkt vertrauter als jedes Gefühl.
Ich möchte nur fliegen auf Wolken aus Zeit,
ohne Morgen, ohne den ewigen Streit.
Nicht kämpfen, nicht siegen, nicht stärker mehr sein,
nur endlich im Frieden mit mir selbst daheim.
Und trotzdem, ganz leise, tief unter dem Schmerz,
schlägt irgendwo hoffnungsvoll noch dieses Herz.
Es träumt von den Worten, nach denen ich ring’:
„Du bist hier gewollt.
Du bist von Wert.
Du bist wunderschön,
auch wenn dein Herz sich beschwert.
Du bist nicht zu viel.
Du bist nicht zu klein.
Du darfst einfach leben.
Du darfst einfach sein.“
Vielleicht ist das Ende nicht Dunkel und Nacht.
Vielleicht hat die Hoffnung noch leise gelacht.
Vielleicht ist der Kampf eines Tages vorbei,
und ich schenke mir selbst endlich Liebe dabei.
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