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Gedichte über Freundschaften - Seite 272


Wenn die Seele schweigt

Wenn sich schwere Regentropfen
in die Tiefen deiner Seele niederlassen
und die Spuren deines Lebens
Schritt für Schritt ganz still verblassen.

Dein sanftes Herz nicht mehr den Takt hält,
weil die Melodie verklingt.
Rhythmus nur noch dann in Fahrt kommt,
wenn du deinen Ton verstimmst.

Sich dein selbstbewusstes Wesen
rar macht und in Schweigen hüllt.
Deine Pflicht, jede Erwartung
nicht mehr so wie sonst erfüllst.

Wenn der Schatten dein Zuhaus ist,
das Sonnenlicht dich nur bedrückt.
Und du deine Kraftreserven
nicht mehr jeden Tag bestückst.

Du dich klein fühlst, weil die anderen
dich nicht lassen wie du bist.
Ständig mäkeln, kritisieren
was für ein querer Mensch du bist.

Ein einziger Kampf zum Überleben,
weil alles schwer und mühsam ist.
Du nicht mehr so sehr darauf achtest,
ob du deinen Wert aufgibst.

Resignierst, weil du zu müd bist
immer nur im Sturm zu stehen.
Nur noch funktionierst im Modus,
den die anderen gerne sehen.

Lange hast du angeklopft,
doch du wurdest oft verwiesen.
Viele Türen blieben verschlossen,
ließen sich nur schwer entriegeln.

Immer mehr versuchst du dich
nun anzupassen wie der Rest.
Einfach in die Masse tauchen,
weil nur so sich's leben lässt.

Aber willst du wirklich,
deine eigenen Werte fallen sehen?
Nur noch in die eine Richtung
ohne Gegenwind zu gehen?

Klar, so fühlt sich alles einfach
und das Leben leichter an.
Keine Hürden, keine Fallen,
die du so kaum meistern kannst.

Lass nicht zu, dass du dich aufgibst
und dein Leben fremdbestimmt.
Niemand sollte dich missachten,
weil du treu und ehrlich klingst.

Jeder darf sich seiner Schwächen
stellen und mal kritisch sein.
Denn die Wahrheit kann nicht ständig
im Verborgenen liegen bleiben.

In seinem Rückzug zu verweilen,
sich in Zeiten auszuruhen.
Sich der Welt kurz zu verschließen
ohne irgendwas zu tun.

Sieh dich um und achte
auf die Menschen, die dir treu.
Sich mit dir im Geist verbünden,
zu dir stehen ganz ohne Reu.

Dich um deinetwillen schätzen,
weil du schön und kostbar bist.
Du nicht schweigst und die dir lieb sind
immer mit viel Herz umringst.

Du wirst niemals ganz vergessen,
weil du so sehr wichtig bist.
Wer dich schätzt, wird zu dir stehen
ohne jeden Kompromiss.

Bleib der Mensch, der mit uns lächelt,
weint und fühlt und Freude zeigt.
Du bist wundervoll und herzlich,
ein Hoch auf die Verbundenheit.
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Unverzeihlich

Der Geruch von Zigaretten im Haus
ging nie mehr aus den Wänden raus.
Nicht mal aus meiner Kleidung,
hieltet nichts von unserer Meinung.

Im Auto, mit heruntergelassenen Fenstern
hatten wir Ähnlichkeiten mit Gespenstern.
Konnten kaum Atmen, kämpften gegen Unwohlsein,
nahmt keinen von uns in Augenschein.

Überall standen Flaschen herum,
dachtet wohl, wir wären dumm.
Wussten, dass es Alkohol war,
das war uns von Anfang an klar.

Freitags wurde kräftig gesoffen,
habt euch mit den Nachbarn getroffen.
Euer Verhalten war fremdschämen pur,
von Vernunft keine Spur.

Samstags war der „Schnupfsamstag“,
es war Mama, die immer flach lag.
Täuschte eine Erkältung vor,
wie an den Wochenenden davor.

Habt eure Elternpflicht mit Sucht vertauscht,
habt nicht mehr unseren Problemen gelauscht.
Wurden regelrecht seelisch missbraucht,
habe öfter mal zurückgefaucht.

Traumata formten unser zukünftiges Leben,
anstatt Liebe, wurden uns diese mitgegeben.
Eure Probleme hatten immer Vorrang,
fanden mit unseren keinen Anklang.

Habe meine Wut in mich hineingefressen,
habe mich bestraft, war regelrecht davon besessen.
Wusstet nicht, was in der Schule passierte,
war diejenige, die gar nicht mehr existierte.

Wegen der vielen Mobbing-Aktionen
wollte ich nicht mehr Zuhause wohnen.
Habe mir eine andere Familie gewünscht,
fühlte mich jedoch nirgendwo erwünscht.

War die meiste Zeit einsam und alleine,
keiner wollte, dass ich irgendwo erscheine.
Meine Gedanken drifteten ab ins Negative,
für mich gab es keine Alternative.

Wollte es lange Zeit nicht wahrhaben
und andauernd über mein Leid klagen.
Als Suizidgedanken hinzukamen,
suchte ich sofort nach einem Namen.

Es folgten weitere Jahre,
in denen ich mein Geheimnis wahre.
Weitere Narben gesellten sich zu mir,
verlasse nur ungern mein Revier.

Unverzeihlich war nicht nur euer Verhalten,
sondern auch das der anderen Gestalten.
Meiner damaligen besten Freundin zum Beispiel,
denn sie hielt von mir damals nicht allzu viel.

Sie führte mich gerne mal vor,
hatte einen schlechten Sinn für Humor.
Trotzdem war sie sehr beliebt
und somit Jedermann´s Favorit.

Dabei war das Mädel jünger als ich
und ließ mich verdammt oft im Stich.
Ihr asoziales Benehmen sorgte dafür,
dass ich sie setzte vor die Tür.

Während der Ausbildung gab es Damen,
jene sprengten öfter Mal den Rahmen.
Haben mein „Nein!“ nie akzeptiert,
obwohl ich es habe ausprobiert.

Alkohol war und ist nichts für mich,
mich zu wiederholen war extrem ärgerlich.
Mischten mir auf einem Geburtstag Alkohol ins Glas,
sie sagten ein paar Monate später, das war nur Spaß.

Es meldete sich auch mal jemand bei mir,
da wuchs tatsächlich meine Neugier.
Eine alte Klassenkameradin von der Grundschule,
früher unbeliebt und zu dem Zeitpunkt wohl eine Coole.

Wollte nur wissen, ob ich einen Freund habe,
was war das bitte für eine dämliche Frage?
Sie wirkte ziemlich eingebildet und arrogant,
besitzt anscheinend nicht mehr viel Verstand.

Ja, ich bin herumgelaufen wie der letzte Idiot,
lebe mein Leben seit jeher auf Autopilot.
Mich deswegen fertig zu machen,
bringt mich mittlerweile zum Lachen.

Sogar in der Oberstufe
gab es laute Buh-Rufe.
Dachte, die sind zivilisiert
oder wenigstens engagiert.

Da habe ich mich wohl getäuscht,
auch dort wurde ich weggescheucht.
Langsam fragte ich mich,
„Wofür mache ich das eigentlich?“

Konnte nicht mehr klar denken,
ließ mich viel zu leicht ablenken.
Hatte keine Lust mehr auf irgendwas,
nichts machte mir mehr Spaß.

Alles häufte sich und wurde zu viel,
war das alles deren Ziel?
Mich in die Depression zu jagen?
Ich konnte das alles nicht mehr ertragen.

Fühlte mich nicht mal in der Uni wohl,
anscheinend war ich auch dafür zu hohl.
Ich passte da einfach nicht rein,
wirkte neben all den Leuten sichtlich klein.

Zwei Jahre später folgte der Abbruch,
zu hoch war wohl mein eigener Anspruch.
Mein Körper sendete deutliche Signale
und das ganz viele Male.

Streit Zuhause und kein Verständnis,
betrachtete meine Eltern als Hindernis.
Erst viel später zog ich von Zuhause aus
und kam endlich aus dieser Hölle raus.

Sie reichten mir nie eine Hand,
redete andauernd gegen eine Wand.
Tun so als wäre nie etwas geschehen,
während ich dabei bin durchzudrehen.

Diese Liste ist endlos lang,
spüre diesen einen Drang.
Mir selber die Schuld zu geben,
für mein miserables Leben.

Hätte, wenn und aber,
immer dasselbe Gelaber.
Möchte nur noch schlafen
und ankommen an meinem Hafen.

Ich kann mich auskotzen so oft ich will,
meine Gedanken halten niemals still.
Fühle mich auch nicht besser,
bleibe ein in mich hinein Fresser.

Meine Art widert mich selber an,
gehe mit schlechtem Beispiel voran.
Kann mich selbst nicht ausstehen,
würde mir am liebsten aus dem Weg gehen.

So viele unverzeihliche Dinge,
in Form von einer Klinge.
Tief in meinem Herzen
spüre ich heftige Schmerzen.

Karma wird schon alles regeln
und nimmt Luft aus deren Segeln.
Das hoffe ich doch sehr,
denn das Leben ist nie fair.



© Lily .N. Hope
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