Zwischenbilanz

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Dieses Jahr ist in unserer Häuserreihe
fast in jedem Haus Konfirmation oder Jugendweihe.
Vor 16 Jahren war hier bestes Ackerland
bis sich dafür manch ein Käufer fand.
Überall Männer und Frauen standen,
um auf dem Standesamt zu landen.

Statt im Hotel „Mama“ zu kauen,
wollten sie was Eignes bauen.
Und so haben sie mit ihrer Kraft
als Gesellschaft sich geschafft.
Ständig ging es um die Pläne schon
für Wasser, Elektro und Telefon.

Was sie als Anbauens wert sahn,
erforderte erst einen Plan.
Zäune, Tore, Sträucher, Bäume
und erst recht Garagenräume.
Ställe, Swimmingpool und Carport
brauchten einen Plan sofort.

Abwasser war zu jener Zeit,
für den Anschluss schon bereit.
Pläne gab es dann zum Schluss
noch für die Straße und den Bus.
Alles fertig und nutzungsbereit,
da blieb endlich für anderes Zeit.

Was sie in der Nacht getrieben,
ist meist ohne Plan geblieben.
Und so gab es im Folgejahre
Einzelkinder und Geschwisterpaare.
Kindergärten und Schulaltbauten
sich nach Erweiterungen umschauten.

Inzwischen ist die Zeit vergangen,
mit Rucksack, Handy und Zahnspangen.
Im Park wir schon den Nachwuchs sahn,
die küssten sich ganz ohne Plan.
Und bleibt das Wetter noch so lau,
dann gibt es planlos Pläne für den Anbau.

19.05.2018 © W.R.Guthmann

Informationen zum Gedicht: Zwischenbilanz

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19.05.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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