Zwei Flocken im Sturzflug
Ein Gedicht von
Claudia Behrndt
Zwei Schneeflocken schweben leis,
vom Himmel runter, klirrend weiß.
Fragt die eine, ganz geschniegelt:
"Na, wohin wirst du gesegelt?"
"Zum Nordpol flieg ich, ganz entspannt,
bleib liegen dort im ewigen Land.
Kein Streß, kein Funk, kein Warnsystem -
nur Eis, nur Ruhe, so angenehm."
Die andere lacht mit frechen Blick:
"Ich hab da einen anderen Trick.
Ich flieg nach Berlin, volle Pracht,
wo man aus Flocken Drama macht."
Warnstufe rot, die Schulen dicht,
der Winter kam - oder auch nicht.
Elli winkt kurz aus weiter Ferne,
zieht vorbei, ganz ohne Sterne.
Die Strassen nass, kein Chaos da,
nur Regenschirm und "Ach na ja."
Die Flocke grinst: Mission vollbracht -
ein bisschen Schnee, viel Wirbel gemacht.
Und Berlin steht leicht irritiert,
fragt sich, was da grad passiert.
Zwei Flocken lachen, leis und fein:
"Manchmal muss es Panik sein."
© Claudia Behrndt
10.01.2026
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