Wenn ich eines lernen durfte... (N.45)

Ein Gedicht von Jacob Seywald
...dann, dass ich manche Dinge liebe,
dass ich wenn's kalt wird rote Ohren kriege,
ich 185 Zentimeter messe
und wirklich gerne Schokolade esse.

Ich lernte wie es ist, nackt dazustehen
und Menschen um Hilfe anzuflehen,
wie es ist,
dass letzte Bisschen gehen zu sehen.
Doch nur in meinem Kopf,
jetzt durfte ich das verstehen.

Ich durfte erkennen wie es ist,
statt zu schlafen,
sich in den Schlaf zu flennen.
Ich durfte lernen was es heißt
ein Mensch zu sein,
der es vorzieht,
Schmerzhaftes einfach zu verbrennen,
um dann nichts mehr davon wiederzuerkennen.

Ich sehe ein, dass manch ein Nahstehender,
mir einen Spiegel vorhält
und mir das, was sich darin spiegelt,
einfach nicht gefällt.
Ich sehe ein,
ich darf traurig sein, denn nur das ist dessen Wert allein.
Ich sehe ein, ich muss fleißig sein,
denn nur das ist dessen Preis dafür allein.

Wenn ich eines lernen durfte,
dann, dass ich so manche Dinge
einfach liebe,
dass ich wenn's warm wird
nasse Füße kriege,
ich 185 Zentimeter messe
und wirklich gerne Schokolade esse!

Jacob Seywald XIII

Informationen zum Gedicht: Wenn ich eines lernen durfte... (N.45)

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20.03.2018
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