Welttheater

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Wir treten auf,
noch ehe wir wissen,
welche Rolle die unsrige ist.

Die Kostüme hängen bereit:

Denken auf Linie,
Dressur der Haltung,
Gesicht unter Kontrolle.

Der Text steht fest.
Wir lernen ihn auswendig.
dabei verlernen wir die eigene Stimme.

Das Spiel läuft:
Wechsel der Szenen,
Applaus nach Plan.

Der Vorhang fällt.
Wir verneigen uns.
Abgang ohne Nachhall.

Informationen zum Gedicht: Welttheater

5 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
24.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Chandrika Wolkenstein) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
Anzeige