Wegerichtungen

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Wegerichtungen

Geh' ich nach Norden, wird es kalt,
Wo die Polarwinde mich treiben
Und Schneegestöber mit Gewalt
So manche Lebenslust entleiben.

Geh' ich nach Osten, drohen Sümpfe
Mit Fliegen in endloser Schwere,
Auch Wald und abgestorbene Stümpfe
Und Tundra in der Menschenleere.

Geh' ich nach Westen, lockt das Leben
Mich in die Städte, hin zum Meer.
Dort darf Genussfreude es geben –
Und Freunde mögen mich dort sehr!

Geh' ich nach Süden, treibt die Sonne
Kultur in meine müden Augen.
Der Strand ist eine einz'ge Wonne,
Wo Lebenslüste immer taugen.

Bleib' ich daheim, treibt mich das Sehnen,
Mit dem aufs Reisen spekuliert:
Wohin darf ich denn jetzt mich wähnen,
Damit das Leben mich entführt?


©Hans Hartmut Karg
2018

*

Informationen zum Gedicht: Wegerichtungen

25 mal gelesen
11.11.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
Anzeige