warteschleife
abseits von Glasfassaden
und kaugummiflecken wächst gras –
ungefragt, wie ein gedanke
um drei uhr nachts
die stadt blinzelt
in grellem neon
deine stimme
in sprachnachrichten
nicht abgespielt
gespeichert wie etwas zerbrechliches
worte als Audiodateien
schweigen als Format.
bäume werfen schatten
auf asphaltbiografien
die sonne:
ein algorithmus
der täglich neu lädt
die nacht:
eine playlist
aus sirenen und klimaanlagen
fenster dunkel
wie bildschirme ohne signal.
die sterne:
offline
ein pärchen küsst sich
am zebrastreifen,
während autos vorbeirauschen
wie pfeile ins dunkel.
ihre hände:
ein firmware-update
durch berührung
ich zähle stockwerke
suche nach licht
in fremden wohnungen:
jalousien als firewalls
in der ferne piept eine ampel
die niemand überquert
vielleicht bist du irgendwo online,
während die stadt verstummt.
vielleicht denkst du das auch.
vielleicht ist das nur
die warteschleife
für uns
…
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