Untergang

Ein Gedicht von Marcel Strömer
Wach auf, mein Herz,

denn du hast geschlafen,
tief in deiner Vorstellung
Traum von Hoffnung und Harmonie.

Da draußen tobt der Mob.

Sie schreien und verurteilen,
sie hetzen und jagen.
Die Stimmen klirren klingen wild
wie Tanz auf der Rasierklinge
durch Berge und Täler.

Dazwischen erheben sich Hindernisse.

Stolz.
Fahnen.
Mauern.
Stacheldraht.

Die Menschen haben sich längst
daran gewöhnt.

Stein statt Herz.
Krawall statt Stille.

Ich bin müde

und streichle meine Tieren,
in den Schlaf
sie wissen von nichts

Während erneut die Sonne untergeht,
träume auch ich
vom Untergang.


© Marcel Strömer
[Magdeburg, 07.06.2026]

Informationen zum Gedicht: Untergang

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07.06.2026
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