"Transition" eines Katers

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
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Mit unsichtbaren Reißzähnen
beißt die Kälte ihm ins Gesicht,
gefriert sogar seine Tränen,
in denen sich Sternenlicht bricht.
-2-
Der Frost fährt ihm in die Glieder
frisst sich tief in sein Knochenmark,
er denkt an des Frühlings Flieder
im sonnendurchfluteten Park.
-3-
Er kauert sich an einen Baum,
den des Frostes Zunge beleckt
nickt ein und merkt beim Träumen kaum
wie Schnee ihn bald völlig bedeckt.
-4-
Als Frost vereist sein wehes Herz
betritt er den Garten Eden,
von ihm weicht jeglicher Weltschmerz -
Gott beginnt, mit ihm zu reden.

Abspann
Im Katzenhimmel geht es dem Streuner
viel besser als je im Leben zuvor,
und in besonders ruhigen Nächten
kann man, sofern man daran glaubt,
leise in sich horchend, des Katers
zufriedenes Schnurren hören.

Informationen zum Gedicht: "Transition" eines Katers

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07.03.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.