Totengedenken

Ein Gedicht von Sonja Dworzak
Es ist der Tag für die,
an die sich niemand mehr erinnert.
Man geht über den Kies
und fragt die Stille: An wen?

Wenn die letzten Stimmen verstummen,
die deinen Namen wussten –
wer bleibt?
Freunde? Bekannte?
Sie suchen den eigenen Stein
und gehen vorbei.

Kein Weinen bleibt zurück.
Nur der kalte Wind,
der durch die Kränze fährt,
und die dunklen Schatten,
die sich über die Namen legen
und der Regen,
der die Buchstaben aus dem Stein wäscht,
bis niemand mehr weiß,
dass hier einmal einer war.

SDR

Informationen zum Gedicht: Totengedenken

01.11.2026
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