Springkraut

Ein Gedicht von Horst Reiner Menzel
Leichtfüßig, farbtupfig kommst du daher,
Aus fernen Ländern über das Meer,
Die betörenden hübschen Knospen,
Zerplatzen - Samen ins Wasser hopsen.

Überblüht ist dorniges Rankenmeer,
Umschmiegt alle Gräser und Farne,
Lass mehr Platz für andere, sei fair,
Eroberer - aus weiter Ferne.

Wenn du lässt die Blüten reifen,
Samen dein Terrain ausweiten,
Alles ist nun unter dir begraben,
Was hier wuchs seit tausend Jahren.

Springkraut, springe nicht zu hoch,
So springst du in den eigenen Tod,
Massenwachstum trägt in sich Schwäche,
Sodas der Widersinn sich räche.

Wie ähnlich du dem Menschenwerk,
Wächst weit über dich selbst hinaus,
Du dummer, lieber kleiner Zwerg,
Lass Luft zum Atmen - für andere auch.


Rei©Men

Anmerkungen des Autors:
Landauf- und ab vermehrt sich diese hübsche Blüte langsam aber sicher zur Pest, verdrängt alles andere, selbst die unausrottbaren Brombeeren müssen dran glauben. Aber man sollte fragen, warum verkläre ich sie auch ein wenig? Diese Pflanze, mit Schiffen aus Fernost zu uns gekommen, bestgehasst von allen Naturliebhabern, aber inzwischen hat man festgestellt, dass sie für Bienen und Insekten überlebenswichtig ist! Sie sichert weit nach dem Abernten der Wiesen, den Nektarbedarf, Bienen tragen noch schnell den Wintervorrat in den Stock, möchten Sie mehr darüber wissen:
http://www.die-honigmacher.de/kurs2/pflanze_221.html

Informationen zum Gedicht: Springkraut

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02.02.2015
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Horst Reiner Menzel) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.
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