Spitzhackenweisheit
Ein Gedicht von
Jens Ulrich
Spitzhackenweisheit
Mein Spaten zerbrach
an dem Boden der Tatsachen
Ich nahm die Spitzhackenweisheit
schlug zu, mit größter Wucht
Problemsplitter verteilten sich überall
Ein kleines Loch, Verdrängtes quoll hervor
es reichte nicht zur Flucht, nach vorn
Der nächste Schlag, die Spitze brach
Sie steckte fest, im Fluchtversuch
Ich packte zu, sie wurde eisigkalt
Wollte endlich weg, klebte fest
an den vielen Wutgedanken
Gebückt stand ich da, nie gradlinig gewesen
Die Kälte, sie erreichte meinen Körper
Ein Panzer aus Eis, das Herz erstarrte
Nichts drang ein, nichts kam heraus
Alpträume begannen, real zu werden
Kämpfte gegen die Wahrheitslüge
Die Suche in unendlicher Leere
Schwerelosigkeit hielt mich fest
Strandete an unüberwindbaren Klippen
Schaute auf das Einsamkeitsmeer
Kein Sonnen Auf- und Untergang
Zwielicht drang durch einen Zwiespalt
Ich sah nichts, was alles sein konnte
Möglichkeiten zogen an mir vorbei
Die Erkenntnis blieb kurz stehen
Sie schaute mich an, ich griff nach ihr
Hitze durchströmte meinen Körper
Ich war frei, richtete mich auf
Der Panzer, er brach zusammen
Die Möglichkeiten, sie kamen zurück
verdrängten die unendliche Leere
Fühlte wieder Boden unter den Füßen
Ich fiel auf die Knie, fing an zu weinen
Ich schrie, so laut ich nur konnte
Es wurde immer lauter und lauter
Ich schreckte auf, war plötzlich wach
Mein Wecker, er schrillte und schrillte
Drückte ihn aus, unendliche Stille
Ich stand auf, zog das Rollo nach oben
Die Sonne sie strahlte, ein Tag im August
Setzte mich wieder auf das Bett
Schaute zum Fenster, ein Tag im August
Die Sonne strahlte, ich wartete auf die Nacht
Jwu 68
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