Sommernächte
Ein Gedicht von
Robert Späth
Ich mag es, wie die Nacht sich ausbreitet,
schwer wie ein nasses Tuch aus Indigo und Kristall,
wenn der Sommer seine reifen Früchte öffnet
und der Staub des Tages in den Winkeln des Gartens einschläft.
Du bist es, die nach trockenem Gras riecht,
nach wildem Thymian und fernen Gewittern.
Deine Haut hat die Wärme der Steine bewahrt,
die stundenlang unter der nackten Sonne lagen,
und jetzt, im Schatten, leuchtest du wie phosphoreszierendes Holz.
Hörst du das Schweigen?
Es ist nicht leer. Es ist ein dichtes Netz
aus dem Flüstern der Zikaden und dem Atem der Erde,
die sich langsam umdreht im unendlichen Bett des Kosmos.
Weiße Sternen Diamanten
kleine Salzstreuer, die das Dunkel würzen,
während wir hier liegen, zwei verlorene Matrosen
auf einem Schiff aus Gras.
Ich liebe die Trägheit dieser Stunden,
in denen das Licht das Weite gesucht hat
und uns nur das flüssige Gold der Erinnerung bleibt.
Die Nacht ist ein großes, dunkles Haus,
und du bist das einzige offene Fenster,
durch das der Wind des Südens weht.
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