Schneehölle

Ein Gedicht von Johanne Thomsen
In mir herrscht Winter
klirrende Kälte nimmt mir den Atem
alles ist erfroren und liegt nun unter einer
dicken Eisschicht
Der eisige Wind pfeift
und dicke Schneeflocken tanzen
in der Luft
als bewegten sie sich zu leiser Musik
deren Klang sich in der Kälte der Nacht verliert
Die Fußstapfen die den Weg markierten sind längst zugeweht
und die Sonne taugt nicht als Kompass
Wie eine Zauberlandschaft liegt alles im Märchenschlaf
Der Eispalast in weiter Ferne besetzt mit funkelnden Kristallen
die wie kleine Hoffnungsschimmer anmuten
in einer Welt in der Kinder nicht mehr mit Schneebällen spielen
und Eisbären ausgestorben sind
In einer Welt in der die Momente so flüchtig geworden sind
wie das Wetterleuchten am Horizont
In einer Welt in der Eisblumen die Köpfe hängen lassen
und selbst Schneeglöckchen ihren Klang verlieren
In einer Welt wo der Schneekönig verlassen auf seinem Thron wartet
und Herzen frieren
In einer Welt in der das Weiß so grell in den Augen brennt
und die Landschaft wie mit Puderzucker überzogen scheint
In einer Welt in der selbst eine Schneekugel tödlich sein kann
und der Schneemann verwundet zusammenbricht
In einer Welt in der sich Schneeraupen nicht verpuppen
und Schneewittchen nicht mehr aufwacht
In einer Welt in der Prinzen nicht zum Tanze auffordern
und in der Stürme Träume weg pusten
In dieser Schneewüste habe ich den Weg zurück verloren
All meine Gefühle werden unter einer Lawine begraben
und überleben vielleicht
in einer Luftblase.........


Johannne Thomsen

Informationen zum Gedicht: Schneehölle

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14.11.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Johanne Thomsen) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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