Schatten im Gepäck
Wir gehen vorwärts, Schritt für Schritt,
doch alles Alte geht auch mit.
Kein Riegel und kein Schloss je hält,
was einst geschah in unsrer Welt.
Im Schattenreich der eignen Brust,
wo längst verblasst ist Freud und Lust,
da weben Fäden, dicht und schwer,
aus Tagen, die schon lang nicht mehr.
Manchmal sind sie leicht wie Licht,
ein Lächeln, das die Nacht zerbricht.
Doch oft auch schwer wie kalter Stein
und fordern, stets präsent zu sein.
Sie sind der Schatten auf dem Pfad,
die stummen Zeugen jeder Tat,
ein bleibender Gast in unserm Haus,
der nicht mal zieht so einfach aus.
Sie sind der Spiegel, den man trägt,
der tief sich in die Seele prägt.
Sie fragen nicht nach Raum und Zeit,
gewoben sind sie für die Ewigkeit.
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Denn jede Spur, die uns bestimmt,
man nimmermehr uns wieder nimmt.
© Birgit Klingebeil
[2026]
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