Reise in meine Kindheit

Ein Gedicht von Waltraud Dechantsreiter
Ganz leise, auf meine Weise,
gehe ich auf meine Reise.
Wir waren arm, hatten nicht viel,
Reichtum war nicht unser Ziel.

Sah die Schule von innen, doch noch viel lieber von außen
und das Schönste waren die viel zu kurzen Pausen.
Der Rotz festgefroren bis zum Kinn,
in der Kälte Rodeln machte Spaß, ergab Sinn.

Meine Knie aufgeschlagen, man hörte keine Klagen,
so ein Schmerz wurde mit Würde getragen.
Kinderkrankheiten hatte ich keine, nicht eine.
War wie ein Junge, als Mädchen keine Feine.

Habe gelauscht und dann gepetzt,
dafür wurde ich durch die Gegend gehetzt.
Es wurde gestritten und sich schnell wieder vertragen
und jeden Tag hatte ich tausend Fragen.

Meine roten Haare flatterten mit dem Wind,
ich war ein wildes, ruheloses Kind.
Heute bin ich alt und noch nicht weise,
aber glücklich und zufrieden auf meine Weise.

Informationen zum Gedicht: Reise in meine Kindheit

23 mal gelesen
(Eine Person hat das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 5,0 von 5 Sternen)
1
21.07.2021
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.
Anzeige