Ode an die Freundschaft
* Vierklang einer Kindheit *
Als Fremde betrat ich der Schule Raum,
kam neu in die Klasse, ein zaghafter Traum.
Doch aus dem „Ich“ wurde bald ein „Wir“,
drei Türen öffneten begeistert sich mir.
Wir teilten die Welt in gedruckten Seiten
und ließen den Alltag von Musik begleiten.
Im blauen Wasser, beim Bahnen ziehen,
fing unsere Zeit an, leuchtend zu blühen.
Vom Schwimmbad ging es aufs Handballfeld,
das Team war der Anker in unserer Welt.
Vier Mädchen, ein Ball, die Halle bebt;
wir haben den Rhythmus des Spiels gelebt.
Ein Pass, ein Wurf und ein Augenblick,
als Mannschaft vereint, vorm Tor geschickt.
Ob Sieg, ob Niederlage, wir standen bereit,
im Trikot vereint durch die goldene Zeit.
Für Geburtstage dachten wir uns was aus;
Tänze und kleine Szenen gab es im Elternhaus.
Ein Vorhang aus Laken, das Licht gedimmt,
bis jede von uns ihre Rolle einnimmt.
Kultur im Kleinen, aus Freude erdacht;
wir haben gesungen und Tränen gelacht.
Stolz haben wir das auf dem Fest präsentiert,
hatten wir doch alles im Voraus probiert.
Wir büffelten Mathe und lernten gemeinsam;
Seite an Seite war niemand mehr einsam.
Das Lernen war mehr als nur Pflicht und Fleiß,
es war unser gemeinsamer Wissenskreis.
Und als dann der erste Herzschmerz begann,
waren wir für einander da, so gut wie man kann.
Wir trockneten Tränen in Teenager-Nächten,
kämpften gemeinsam mit Schatten und Mächten.
Dann kam der Abschied, das Leben rief laut;
jede hat sich ihr eig’nes Zuhause gebaut.
Was zurück bleibt ist nur ein warmes Verstehen:
Es war wunderschön,
mit euch durch die Kindheit zu gehen.
© Birgit Klingebeil
[2026]
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