Naive Kunst

Ein Gedicht von Lisa Nicolis
***

Dies’ Bild zeigt `nen Baum und dies hier ein Gebäude,
im Nächsten, da duftet die endlose Heide.
Nein, sicherlich malte hier nicht ein Picasso,
kein Dalli schwingt hier seinen farbfrohen Lasso.

Ich male Gedichte mit Stein und mit Seide,
mit Pinseln aus Zweifel, aus Leid und aus Freude.
Was oben, was unten, das musst du nicht raten,
ich mal nicht abstrakt und auch nicht in Quadraten.

Ich male dir Bilder: die Steine sind Steine,
auf Vers folgt ein Vers und dazu dann die Reime.
Nicht Kegeln, nicht Kugeln und Farbkleckse sind dran,
beneid ich auch glühend Kandinsky und Cezanne.

Ich wünschte, ich könnt die Gedanken verbiegen,
die Quelle am Helikon soll nie versiegen.
Paar plastische Dreher im Rhythmus, dem Stile..
Herr, lass es geschehn! Sind’s der Wünsche zu viele?

© Lisa Nicolis

Informationen zum Gedicht: Naive Kunst

6 mal gelesen
(Eine Person hat das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 5,0 von 5 Sternen)
-
01.05.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Lisa Nicolis) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.