Mummenschanz

Ein Gedicht von Viola Otto
Mummenschanz

In dieser fünften Jahreszeit
treibt so mancher seine Possen;
hört, hört, ein Faschingsnarr der klagt.
Stunden, die er wild genossen,
an seinem Herzen Wunden nagt.

Will sie sanft desinfizieren,
gut ausspülen mit echtem Korn,
mit einem Trostpflaster verzieren -
das hat er ernsthaft sich geschwor'n.

Unerkannt durchs Dunkel huschen,
denn fällt die Maske, fehlt der Schwung
Möchte dieses gern vertuschen,
sein Narrenbild hat einen Sprung.

Ein Sündenbock wird Opferlamm
im närrischen Theater dieser Welt.
Ernüchternd, wer sich dran erinnern kann,
wenn Aschermittwoch der Vorhang fällt.

©Viola

Informationen zum Gedicht: Mummenschanz

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10.02.2015
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