läuft...
Es tropft vor Selbstherrlichkeit
die bequeme Anonymität.
Die eigene innere Zerissenheit
nach außen um sich schlägt.
Wofür man selber sich gerne hält,
trägt man unerkannt zur Schau.
Was unerreicht lange schon quält,
jetzt ist die Zeit reif für die Show.
Mangels Personal Multitasking gilt,
eine Rolle alleine ist eh zu wenig.
Schlüpft mehrmals ins Bühnenbild,
omnipresent, das Talent rührselig.
Ist die Lebensrealität noch so bitter,
im Virtuellen kann man alles sein.
Ob Polizist, Politiker oder gar Richter,
ob Demonstrant oder Kritikerlein.
Wozu einem real der Mut fehlt,
traut man sich hier tapfer aufzutragen.
Kann behaupten, was nichts belegt,
blockiert lässig lästige Nachfragen.
Schwindet die begeisterte Gemeinde,
schafft man sich paar neue Rollen.
Doch sicher ist man nie ganz alleine,
paar Unzufriedene das Gleiche wollen.
Die Echokammer im Gleichklang hallt,
worin die schöne neue Welt verfängt.
Wer sich permanent mit Hass verstrahlt,
ins aggressive Krebsgeschwür einlenkt.
Alte weiße Männer und alte weiße Frauen
träumen von einst priviligierten Zeiten,
von einer letzten Generation aus Blauen,
dafür wollen sie jetzt den Weg bereiten.
Selbst unverbesserlichste Weltverbesserer
sind dabei, frustriert ihr Ideal zu verlieren,
zwischen Zähnen lauern Hetze und Messer,
als Feindbild vorbereitend sich zurückzieren.
Es scheint als dreht sich alles stets im Kreis,
nicht nur die Natur läuft so durchs Jahr.
Geschichte holt sich wieder ein als Beweis,
nicht jeder Mensch lernt aus dem was war.
© meteor 2025
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