Inselkind
Ein Gedicht von
jogdragoon
Unerwartet menschenleer: Der Strand,
den ich weit abseits, des belebten Fußwegs fand.
Nur eine keltische Schönheit seh ich dort
durchtrainiert durch Fitness, Sport,
sehnsuchtsvoll suchend nach einem Ort
blickt sie anmutig und stolz aufs weite Meer.
Ich frage mich, wer ist sie ? .. Wer ?
Ihre modische Kleidung legt sich in leichten Falten
um Ihre zarte, weiche Haut.
Vor ihr rauschen schäumende Wassergewalten,
weil sich am Himmel etwas zusammen braut !
Ich kann nicht anders, muss dem Schauspiel lauschen
So höre ich wilde Möwen kreischen,
sehe ihre Schatten über den Sand dort jagen.
Doch in mir wächst das Unbehagen,
denn es türmen sich Gewitterwolken immer höher
und ziehen bedrohlich immer näher.
Stoisch standhaft sehe ich das Weib den Sturm bezwingen.
Sie wirkt, als wird es ihr gelingen !
Langes rotblondes Haar umweht ihr jugendliches Gesicht.
Lebende Strähnen, die wild um sie herum tanzen.
Es trifft sie der letzte Strahl vom Sonnenlicht
und wird dieses Bild ewiglich nun in mich pflanzen !
Plötzlich dreht sie sich geschmeidig um
und schaut mich freundlich an.
Meine Kinnlade fällt, ich wirke dumm.
Sie zieht mich in ihren Bann !
Keine Tat, kein Ton, ich bleibe stumm,
weil ich mich nicht mehr bewegen kann.
Ihr Liebeszauber hat mich bezwungen.
Meine Chancen sind vertan, verklungen.
Ich sehe sie noch lächelnd gehen.
Ihr Gang wird schneller, wird zum Lauf,
doch trotzdem bleib ich reglos stehen
und erst der Regen taut mich auf.
Was war mit mir geschehen ?
© jogdragoon
Bibat ex me qui potest
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