Im Lebensschatten
Ein stilles Schweigen zieht ins Land,
zerbrechlich wird das lose Band.
Die Furcht greift leise nach dem Sinn:
Wo will ich sein? Wo bin ich hin?
Ist denn mein Name längst verweht,
weil man plötzlich ganz alleine steht?
Die Freunde schweigen, fern und still,
als ob man nicht mehr kommen will.
Ich steh' am Rand und schau' nur zu,
kein ladend Wort bringt Herzensruh'.
Gehört man nicht mehr zum Geschehen,
da die anderen blind vorübergehen?
Und plötzlich pocht in dunkler Nacht,
das Herz – von keinem mehr bewacht.
Wenn bald der letzte Vorhang fällt,
geh' ich dann auch alleine aus der Welt?
Doch stirbt die Angst im Morgenlicht,
wenn Liebe leise zu uns spricht.
Zart wird die Hoffnung immer wehen,
keiner muss nur im Schatten stehen.
© Birgit Klingebeil
[08/2026]
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