Fremde Fenster
Allein sitz ich in mein‘ vier Wänden,
Scham und Schuld, die mich entfremden.
Dunkel soll es sein und fern von Blicken,
die mir nichts als Abscheu widmen.
Ich habe Angst gesehen zu werden,
Angst davor entblößt zu sein.
Ich möchte meine Fenster dunkeln,
Türen schließen, im Bett versunken.
Die Blicke fremder Menschen,
die tief in meine Wohnung ragen,
mein nacktes Ich in Lumpen sahen,
und über diesen Anblick klagen.
Doch ist es nicht verwunderlich,
dass ich aus meiner Angst heraus,
behaupte fremden Blick zu deuten,
und ihnen ihre Deutung raub?
Da wurd‘ mir eines deutlich klar, und zwar:
Man schaut nicht in fremde Fenster rein,
Da könnten gar Gespenster sein.
Schau lieber in dein eig‘nes Haus,
und denk‘ dir keine Stories aus.
Der Kopf ist frei, die Menschen auch,
drum lass sie denken, was sie wollen.
Bleib‘ in deinem eign‘en Kopf
und komm aus deiner Wohnung raus!
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