Ein Leben zwischen zwei Systemen (Song)

Ein Gedicht von Horst Bulla
[Strophe 1]
Er war ein Junge in der DDR,
wuchs auf in grauen Straßen.
Ein Leben zwischen Pflicht und Arbeit,
keine Wahl, nur stilles Tragen.
Die Jahre gingen, Mauern fielen,
die Welt versprach ein neues Licht.
Doch hinter glänzenden Parolen
wartete nur ein neues Gesicht.

[Refrain]
Ein Leben lang geschuftet,
doch nie ein Stück vom Glück gesehen.
Ein Leben zwischen zwei Systemen,
doch beide ließen ihn im Regen stehen.
Demokratie, die Wohlstand schwört,
doch nur die Reichen reich belohnt.
Ein alter Mann, der leise fragt,
war das ein Leben, das sich lohnt.

[Strophe 2]
Im neuen Staat, der Freiheit predigt,
schuftet er bei Wind und Schnee.
Schwere Knochen, schmutzige Hände,
und der Lohn tat trotzdem weh.
Tausend Steuern, tausend Kassen,
überall griff man nach seinem Geld.
Er zahlte brav, Jahr ein, Jahr aus —
doch blieb ein armer Mann der Welt.

[Zwischengesang]
Er drehte jeden Euro dreimal um,
verzichtete auf fast jedes Glück.
Kein Haus, kein Auto, keine Reisen —
nur Arbeit, Arbeit Stück für Stück.

[Refrain]
Ein Leben lang geschuftet,
doch nie ein Stück vom Glück gesehen.
Ein Leben zwischen zwei Systemen,
doch beide ließen ihn im Regen stehen.
Demokratie, die Wohlstand schwört,
doch nur die Reichen reich belohnt.
Ein alter Mann, der leise fragt,
war das ein Leben, das sich lohnt.

[Strophe 3]
Dann wurden seine Knochen müde,
der Rücken brach unter der Last.
Und als er nicht mehr arbeiten konnte,
kam die Rente — kalt und knapp.
Hungerrente für ein Leben,
das er dem Staat geopfert hat.
Leere Einkaufswagen, Rechnungen,
die seine kleine Rente frisst.

[Bridge]
Er sieht die Eliten feiern,
sieht, wie das alte Spiel sich dreht.
Arme werden ärmer,
Reiche reicher — wie es seit Jahrhunderten geht.
Demokratie, ein schönes Wort,
doch nur ein Schleier vor dem Blick.
Ein Armengrab am Ende bleibt,
und nichts, was er den Kindern schickt.

[Refrain]
Ein Leben lang geschuftet,
doch nie ein Stück vom Glück gesehen.
Ein Leben zwischen zwei Systemen,
doch beide ließen ihn im Regen stehen.
Demokratie, die Wohlstand schwört,
doch nur die Reichen reich belohnt.
Ein alter Mann, der leise fragt,
war das ein Leben, das sich lohnt.

[Zwischengesang]
Ein Leben, das kein Leben war,
nur Arbeit, Last und stiller Schmerz.
Und irgendwo im Dunkel
bricht ein müdes, altes Herz.

© Horst Bulla

https://youtu.be/X9LfyDwoXSE

Informationen zum Gedicht: Ein Leben zwischen zwei Systemen (Song)

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30.08.2026
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