Die wilde Eintagsfliege

Ein Gedicht von Claudia Behrndt
Die Fliege sprang aus ihrem Ei,
sagte: "Heute mach ich richtig frei!"
Sie kaufte ein Mini Hut aus Blatt
und rollte ein Würstchen über den Ratt.

Sie tanzte Tango auf der Katzentreppe,
klaute ein Bonbon aus Opas Schleppe.
Im Supermarkt ritt sie auf der Milch
und rief den Küken: "Hey, ihr seid zu schlicht!"

Am Abend dann, vom ganzen Trubel matt,
fiel sie ins Wasser - platsch! - und satt.
Von all den Abenteuern und dem großen Spaß,
schnarchte sie ein, die kleine Spaß-Mas.

So lebt die Eintagsfliege nur kurz und fein,
doch ihr Tag war bunt, nicht grau und klein.
Ein Flügelschlag nur zwischen Jetzt und Nie
und doch lag ein ganzes Wunder darin wie Magie.

Doch was sie uns schenkte in flüchtiger Zeit,
war mehr als ein Leben in Ewigkeit.
Sie zeigte uns still mit schimmerndem Schein,
wie groß selbst ein kleiner Moment kann sein.

© Claudia Behrndt

Informationen zum Gedicht: Die wilde Eintagsfliege

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19.02.2026
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