Die Walnuss, die Muschel & wir

Ein Gedicht von Anita Namer
Die Walnuss

Erst mal nichts Besonderes unter den Nüssen.
Wenn du sie ansiehst – ist sie erst mal rund.
Wenn du sie anstößt – rollt sie davon.
Sie hat viele Furchen und Krater.
Keine sieht aus wie eine andere.
Sie muss gebrochen werden,
damit ihr Kern zum Vorschein kommt.

Die Muschel

Erst mal – eine von vielen im großen Meer.
Unscheinbar.
Sie lässt sich treiben, wächst, wird größer.
Die Perle
kommt erst zum Vorschein,
wenn ihre Schale aufgebrochen, geöffnet wird.

Wir

Erst einmal … Menschen wie jeder andere.
Mit Träumen, Wünschen, Zielen, Hoffnungen,
Begabungen, Talenten…und noch so vielem mehr.
Auch wir – werden im Laufe unseres Lebens,
aufgebrochen...

Es tut schon weh, so Risse zu bekommen…
Gleichzeitig geschieht etwas...
Es führt uns hinein – ganz tief in uns selbst,
in unseren Kern …
Dort angekommen –
entdecken wir unser eigenes Licht,
das uns zeigt, wie groß,
frei und unendlich
wir in Wirklichkeit sind.

© A. Namer
überarbeitete Version aus 2017

Informationen zum Gedicht: Die Walnuss, die Muschel & wir

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07.04.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Anita Namer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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